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19/04/2018 12:05 CEST | Aktualisiert 19/04/2018 15:40 CEST

Lkw erfasst Kind beim Abbiegen: Wie Scheuer Verkehr sicherer machen will

Die Mutter muss den schrecklichen Unfall mitansehen.

Solovyova via Getty Images
Wieder hat ein Lastwagen beim Abbiegen ein Kind erfasst
  • Ein Sattelzug erfasst beim Abbiegen in Hannover ein Radfahrer
  • Das Kind stirbt an seinen Verletzungen

Wieder hat ein Lastwagen beim Abbiegen ein Kind erfasst. In Hannover stieß am Mittwoch ein elfjähriger Fahrradfahrer mit einem Sattelzug zusammen und starb.

► Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der 36 Jahre alter Lkw-Fahrer mit seinem 40-Tonner gegen 18 Uhr auf der Vahrenwalder Straße stadteinwärts unterwegs.

An einer Kreuzung wollte er laut den Ermittlern in den Industrieweg abbiegen, als die Ampel im grünes Licht gab.

Lkw-Fahrer übersieht das Kind auf seinem Rad

Zeitgleich wollten der Elfjährige und seine Mutter, die hinter ihm fuhr, dem Radweg weiter geradeaus folgen. Auch ihre Ampel zeigte grün – also querte der Junge auf seinem Rad den Industrieweg.

Doch beim Abbiegevorgang habe der LKW-Fahrer offenbar den Elfjährigen übersehen, meldet die Polizei. Es sei zum Zusammenstoß gekommen, bei dem das Kind tödliche Verletzungen erlitt

Die Mutter musste den schrecklichen Unfall mitansehen.

Die Ermittler bitten nun zum Zeugen sich unter der Telefonnummer 0511 109-1888 zu melden.

Sicherheitssysteme können abgestellt werden

Neue Lkws in der EU müssen schon Notbremssysteme haben – allerdings kann sie der Fahrer deaktivieren. Dazu hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbart, “nicht abschaltbare” Notbremssysteme oder Abbiege-Assistenten für Lkw und Busse verbindlich vorzuschreiben.

Um schlimme Lkw-Unfälle zu verhindern, wollen wir Notbrems- und Abbiege-Assistenzsysteme noch sicherer und effektiver machen”, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

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Das Ministerium fördere bereits den Einbau von bestimmten Systemen, die Fußgänger oder Radfahrer besser schützen. “Auf internationaler Ebene setzen wir uns für schärfere Vorschriften ein, zum Beispiel, dass Notbremsassistenten nicht mehr abgeschaltet werden dürfen.”

Am Donnerstag beginnt in Nürnberg eine zweitägige Konferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern. Neben der Dieselkrise geht es dort auch um Fragen der Verkehrssicherheit.