WIRTSCHAFT
11/07/2018 12:00 CEST | Aktualisiert 11/07/2018 12:02 CEST

Neue Zölle: Handelskonflikt zwischen USA und China eskaliert weiter

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Jonathan Ernst / Reuters
US-Präsident Donald Trump verschärft den Handelsstreit mit China.

US-Präsident Donald Trump setzt auf eine weitere Eskalation des Handelskonflikts mit China.

► Die USA legten eine 196 Seiten lange Liste mit weiteren Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar vor, die ab Ende August mit Strafzöllen von zehn Prozent belegt werden können. Betroffen wären Lebensmittel, Chemikalien, Textilien, Metalle, elektronische Geräte.

Damit wäre die Hälfte aller Einfuhren aus China von Sonderabgaben betroffen.

► China kündigte für den Fall des Inkrafttretens “notwendige Gegenmaßnahmen” an, die Vorlage der Liste sei “völlig inakzeptabel”

► Zudem will China umgehend eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf einreichen. 

Das ist der Hintergrund der neuen Eskalation: 

► Wegen des hohen Defizits der USA von mehr als 800 Milliarden US-Dollar im Außenhandel zieht Trump an mehreren Fronten zu Felde.

Er belegte Kanada und Mexiko sowie die Europäische Union mit Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium mit der Begründung, er wolle die nationale Sicherheit der USA garantieren.

Am Freitag hatten die USA bereits Strafzölle von 25 Prozent auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden Dollar erhoben.

► Was China angeht, zielen die USA mit ihren bisherigen Strafzöllen vor allem auf technologische Produkte, weil sie China den Diebstahl geistigen Eigentums und erzwungenen Technologietransfer vorwerfen.

► Als Vergeltung erhebt China Sonderabgaben auf Autos, aber auch landwirtschaftliche US-Erzeugnisse wie Sojabohnen, Fisch, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. Es zielt damit vor allem auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum.

Das müsst ihr noch wissen: 

Neue Zölle auf Importe von 200 Milliarden US-Dollar werden den Konflikt zwangsläufig auf andere Bereiche der Wirtschaftskooperation ausweiten, weil die Ausfuhren der USA mit 130 Milliarden US-Dollar zu gering sind für ähnliche Zollmaßnahmen Chinas. 

(lp)