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17/12/2018 21:51 CET | Aktualisiert 18/12/2018 09:12 CET

Jung-Unternehmer: "Habt Mut, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen"

"Für unseren Traum einer eigenen Firma mussten wir unsere Leben komplett auf den Kopf stellen."

SIMON GRASSER / INFLUENCE-PLUS
"Vom ersten Tag an war uns klar, dass wir unsere Leben für unsere Vision einer eigenen Firma komplett auf den Kopf stellen müssen."

Simon und Robert sind seit der Schule beste Freunde. Im Studium haben sie beschlossen, zusammen ein Tech-Start-Up zu gründen. Sie wussten, dass sie dafür ihr Leben für immer verändern müssen. In der HuffPost schreibt Simon, warum er gerade anderen jungen Menschen zu unternehmerischem Mut rät. 

Stell dir vor, du bist Anfang zwanzig, studierst und hast einen Beruf – eine richtige 40-Stunden-Woche, eine Beziehung, Hobbys. Hättest du den Mut, alles aufs Spiel zu setzen – Sport, Urlaube und Freizeit –, um eine eigene Firma zu gründen? Ich sage ja.

Und mit den richtigen Partnern kann das sogar Freude machen. Doch zu behaupten, es sei einfach, wäre gelogen. 

Vor eineinhalb Jahren habe ich mit meinem Schulfreund Robert Glaser beschlossen, eine eigene Firma zu gründen

Als wir uns im Sommer 2017 in meiner Wohnung trafen, um über unsere Idee zu sprechen, wollten wir zunächst in unserem Freundeskreis nach einem dritten Gründer suchen, der uns bei der Programmierung unterstützen sollte.

Mehr zum Thema: Management Mantras für den Erfolg

Wochenlang schrieb ich befreundete IT-Studenten an und fragte Bekannte nach ihren Kontakten, um einen geeigneten Kandidaten zu finden – vergebens. Die Programmierer, die wir fragten, sagten zwar oft zu, aber so richtig passte es nie. 

Über Wochen zog sich die Suche hin – ergebnislos und quälend langsam.

Das war nicht der richtige Weg. Wir trafen uns abermals in meinem Arbeitszimmer. “So wird das nichts”, da waren wir uns einig.  

Wir konnten keinen Programmierer finden – also nahmen wir die Dinge selbst in die Hand

Eine mutige Entscheidung war fällig. Um aus unserer Idee eine laufende App, ein wertschaffendes Produkt zu bauen, mussten wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und ins kalte Wasser springen. Ich als Programmierer, Robert als Betriebswirtschaftler.

In dem Moment wurde uns klar, dass wir unsere Leben für unseren Traum einer eigenen Firma komplett auf den Kopf stellen müssen. Jetzt ziehen wir’s durch. Wir mussten Platz schaffen zwischen unseren Berufen, Freundinnen, Familien und Freundeskreisen.

Step by step und notfalls mit YouTube-Tutorials

Meine Motorrad-Saison sollte sich auf einige Nachmittage im Jahr verkürzen, das Training von mehreren Workouts in der Woche zu einem einzigen knackigen komprimiert werden und statt entspannter Restaurantbesuche sollte es ab jetzt ein Lieferdienst sein. Wir einigten uns darauf, uns nach der normalen Arbeit von nun an täglich wieder an die neue Arbeit zu machen. Ein harter Einschnitt in ein ansonsten normales Leben.

Wir saßen oft 14 Stunden am Tag vor dem Computer, planten, recherchierten, netzwerkten und programmierten. 

Mir wurde klar, wieviel Zeit man damit verbringen müsste, Android-Programmierung zu lernen, Design-Protoypen zu bauen, einen Login-Prozess zu entwickeln – Schritt für Schritt und notfalls mit YouTube-Tutorials.

Mut, immer weiterzumachen

Robert sollte eine geeignete Unternehmensform finden, Berater suchen, Marktanalysen starten und einen Businessplan erstellen.

Die Angst, die Beziehung zu Freunden und Familie dabei zu verlieren, war groß. Doch im vergangenen Jahr habe ich erfahren, welche Menschen mir wirklich Rückhalt, Kraft und Mut geben.

Auf meine Familie und meine Freundin konnte ich mich immer verlassen. Sie arrangierten sich mit meinem hohen Arbeitspensum und ermöglichten mir, mich nach der Uni und Arbeit völlig auf das neue Wagnis zu konzentrieren. Das gab mir Mut. Den Mut, immer weiterzumachen.

Der Mut, zu vertrauen, zahlt sich aus

Alte Freunde wurden zu kompetenten Beratern und halfen uns mit ihren eigenen langjährigen Erfahrungen als Unternehmer. Sie brachten ihre eigenen Ideen bei der Produktentwicklung ein und verwiesen uns an die richtigen staatlichen Stellen.

So konnte ich mich komplett auf das Programmieren konzentrieren.

Natürlich kann es auch gefährlich sein, anderen so wichtige Rollen in einer Unternehmensgründung zu überlassen, aber bei uns hat sich dieses Vertrauen ausgezahlt.

Heute steht unsere App Influence-Plus kurz vor dem Markstart. Sie hilft zum Beispiel Bloggern, Journalisten und Werbeleuten, ihre Inhalte perfekt in den sozialen Medien zu positionieren. 

Nächstes Jahr bringen wir die App auf den Markt

Nach hunderten harten Arbeitstagen bringen wir unser Unternehmen nun in eine heiße, finale Phase: Damit unsere Firma vom Markstart mit einem abgerundeten Produkt auftreten kann, sprechen wir gerade mit Unternehmen aus Fashion, Fitness, Automobil, Reise und Medien, um auch sie als Partner zu gewinnen

Schon nächstes Jahr wird die App dann durchstarten. Eine Arbeitspause ist bis dahin für uns nicht in Sicht.

Wir wünschen euch Frohe Weihnacht und den Mut für ein erfolgreiches Jahr 2019, Mut, anderen und sich selbst zu vertrauen, Unterstützung anzunehmen, zu wagen und Gewohntes hinter sich zu lassen.

HuffPost

Dieser Beitrag ist Teil des HuffPost-Adventskalenders. Hier stellen wir jeden Tag einen Menschen vor, der uns durch seine besondere Geschichte Mut macht. Alle Beiträge findet ihr hier.

(ak)