POLITIK
12/04/2018 09:13 CEST | Aktualisiert 12/04/2018 10:34 CEST

Wie Grünen-Chef Habeck die GroKo gerade ganz alt aussehen lässt

HuffPost These.

Florian Gaertner via Getty Images

Der Kontrast könnte größer nicht sein.

Während sich in Meseberg Angela Merkels Minister in einer Art Teambuilding-Maßnahme zusammenraufen müssen, gibt sich außerhalb der Schlossmauern die Opposition selbstbewusster denn je.

Das liegt vor allem an den Grünen und deren Pateichef Robert Habeck.

Die Deutschen halten die Partei laut einer “Spiegel”-Umfrage derzeit für die fähigste Oppositionskraft. Und Habeck ist hinter Kanzlerin Merkel der zweitbeliebteste Politiker des Landes.

Habeck bläst zum Angriff

In Richtung der Großen Koalition sagte er am Mittwoch im “Deutschlandfunk”: Die Grünen wollen nicht “meckernd am Spielfeldrand stehen und sagen, das ist alles nicht gut genug, was ihr da macht.” Die Partei wolle sich vielmehr darauf konzentrieren, “quasi eine alternative Politik zu entwickeln”.

Im Idealfall werde dann die GroKo immer gefragt, was sie denn von den Vorschlägen der Grünen halte.

Fabrizio Bensch / Reuters
Alle zusammen: Kanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett

Habeck hat die Grünen zu einer gut geölten Polit-Maschine gemacht

Seit der Umweltminister von Schleswig-Holstein bei der Öko-Partei die Strippen zieht, ging es für die Grünen in Umfragen aufwärts – von 8,9 Prozent bei der Bundestagswahl auf aktuell 12 Prozent.

► Erst spielte Habeck in den Jamaika-Verhandlungen für seine Partei eine zentrale Figur, bei denen die Grünen um fast jeden Preis mitregieren wollten.

► Dann kandidierte er als Parteichef, und bildet seit Januar die Doppelspitze mit Annalena Baerbock.

Seither gibt es keine nennenswerten Skandale, keinen öffentlichen Ausrutscher. Die Zeiten von Veggie-Day oder Nafri-Debatte sind vorbei.

Stattdessen läuft die Polit-Maschine unter Habeck wie geölt, der Grünen-Chef agiert fast staatsmännisch.

Habeck lässt die GroKo wie Polit-Amateure wirken

Den peinlichen, stimmenvernichtenden Eindruck macht stattdessen Große Koalition. Union und SPD beschäftigen sich lieber mit sich selbst als mit den großen, wichtigen Fragen.

Wochenlang wird auf Treiben der CSU darüber gestritten, ob der Islam nun zu Deutschland gehört oder nicht. Who cares?

Die Sozialdemokraten trieben eine eigentlich wichtige Hartz-IV-Debatte voran, verzwergten sie aber anschließend zu einer Personaldiskussion um SPD-Chef Olaf Scholz, um sie anschließend ohne Einigung weitestgehend fallenzulassen.

Gut, dass man wenigstens drüber gesprochen hat.

Und in der CDU läuft Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer Themen-Pumpgun durch alle Ressorts, statt sich um seine Probleme zu kümmern.

Der Mann hat zwar ein Talent, Debatten anzustoßen, wird dafür aber von den Wählern abgestraft. Unter allen Ministern landet er in der Zufriedenheit auf einem kläglichen, vorletzten Platz – nur Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kommt noch schlechter weg.

(mf)