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13/12/2018 13:45 CET

Bürgerrechtler Frank Richter: Wir müssen mit Wutbürgern reden – und nur so geht's

"Wir müssen den Rand identifizieren, isolieren, ächten – dadurch stärken wir die bürgerliche Mitte.

HuffPost Deutschland

Der Ton in der deutschen Gesellschaft ist schärfer geworden – und das nicht erst seit den bundesweit für Entsetzen sorgenden Vorfällen in Chemnitz. Viele Menschen haben das Gefühl, dass eine Spaltung quer durch die Republik läuft. Die Grenzen des Sagbaren haben sich verschoben.

In der neuesten Folge des Gut.Macher.Podcasts von FOCUS Online und der HuffPost haben wir uns gefragt, wie wir damit umgehen sollen. Um den Dialog innerhalb der Gesellschaft trotz verschiedener Vorstellungen aufrecht erhalten können.

Der Bürgerrechtler, EX-CDU-Politiker und Theologe Frank Richter beschäftigt sich seit Jahren mit dieser Frage. Mehr noch: Er sucht das Gespräch. Sprach mit Pegida-Mitläufern, sogenannten Wutbürgern und Enttäuschten.

Bürgerrechtler Richter will den Rand identifizieren, isolieren, ächten

Er sagt:

“Wir müssen die Anliegen dieser Menschen ernst nehmen. Die Politik hat zu lange weggehört, während die Gesellschaft auseinanderdriftet.”

Sein Ziel:

“Den Gefühlsstau auf den Straßen und in den sozialen Medien auffangen und die Emotionen versachlichen.”

Das tat er unter anderem als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (von 2009 bis 2016).

Mehr zum Thema: Woher kommt all die Angst vor Flüchtlingen? Ein nächtlicher Streifzug durch Chemnitz

Im Podcast erklärt er, wie das gelingen kann. Was es zu vermeiden gilt. Und wie wir mit Menschen umgehen, die sich dem Dialog entziehen. Denn hier wird Richter knallhart:

“Wir müssen den Rand identifizieren, isolieren, ächten – dadurch stärken wir die bürgerliche Mitte.”

Dass Dialog nicht immer gelingt, hat er als Bürgermeisterkandidat für die Stadt Meißen selbst erlebt. Er wurde zum Opfer rechter Kampagnen.

Wie er damit umgeht, und was wir daraus lernen können, gibt es hier zum Anhören: 

(ujo)