POLITIK
06/11/2018 10:04 CET

Rechte schicken Grünen Hassplakat – was die damit machen, löst Skandal aus

"Was zu beweisen war."

dpa
Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich spricht im Thüringer Landtag. 
  • Die Grünen haben am Montagabend in Jena über Hassnachrichten gesprochen, die die Partei zugesendet bekommen hat.
  • Ein Hetzplakat, dass die Grünen-Abgeordnete Rothe-Beinlich veröffentlichte, sorgte für Wirbel – und neuen Hass.

Die Grünen sind eine der Lieblingsfeinde rechter Hetzer. Wohl kaum eine Partei bekommt so viel Hass ab, wie die Ökopartei und ihre Politiker.

Wie heftig die Beschimpfungen und Schmähungen ausfallen, wollte die Partei am Montagabend im thüringischen Jena zeigen. Die Grünen und ihr Nachwuchs Grüne Jugend organisierten einen sogenannten Hateslam. Bei der Veranstaltung reden die Gäste über Hassbeiträge und -nachrichten reden und kommentieren diese, durchaus auch mit Humor.

Das Ziel: Betroffenen sollen Wege aufgezeigt werden, wie sie mit Hass umgehen, aber den Absendern soll auch der Spiegel vorgehalten werden, wie es in der Ankündigung heißt

Ein Foto eines Hetzplakates von dem Abend, dass die Thüringer Grünen-Abgeordnete Astrid Rothe auf Twitter veröffentlichte, sorgte allerdings für Wirbel – und schien genau das zu bestätigen, was an dem Abend aufgezeigt wurde: blinder Hass und Wut. Vor allem schienen viele Nutzer den Kontext des Plakats völlig ausgeblendet zu haben. 

Schwarze Sonne statt Sonnenblume

Laut Rothe-Beinlich habe ein “rechter Hater” das Bild verschickt, “um uns Grüne zu diskreditieren”.

Das Plakat zeigt eine Familie, bei denen eine Person im Fadenkreuz steht. Darüber prangt die angebliche grüne Forderung: “Tod der nativ-deutschen Mannfraukind-Nazizelle”. Die Grünen werden auf dem Plakat als “Bündnis 2020/Die Sekte” bezeichnet, samt rechtsextremer Schwarzer Sonne statt der charakteristischen Sonnenblume.

“Ein Tweet, der den ein oder anderen überfordert” 

Viele Nutzer schrieben das Plakat direkt den Grünen zu – und empörten sich wortgewaltig.

Vor allem augenscheinlich rechte Nutzer forderten aufgrund des Bildes eine ”Überwachung der Grünen vom Verfassungsschutz”, da das “Bild zum Mord an Familien einer bestimmten ethnischen Herkunft auf – den Deutschen” aufrufen würde.

Das ist eine völlige Verdrehung der Tatsachen, worauf nicht nur die Grünen-Abgeordnete, sondern auch einige Nutzer hinweisen. Einer schreibt: “Ich befürchte der ein oder andere hier ist inhaltlich mit Ihrem Tweet ziemlich überfordert.” 

Rothe-Beinlich selbst zeigte sich letztlich resigniert. Sie twitterte:

Hass und Hetze machen so viel kaputt. Exemplarisch bewiesen einmal mehr am Beispiel eines Hetzplakats gegen uns Grüne, das wir beim Hateslam in Jena gezeigt und öffentlich gemacht haben. Danke für nichts an alle Hater”. 

(vw)