POLITIK
25/03/2018 19:13 CEST | Aktualisiert 25/03/2018 23:13 CEST

Grundschülerin in Berlin mit dem Tod bedroht, weil sie nicht an Allah glaubt

Der Vorfall ist kein Einzelfall an Berlins Schulen.

chameleonseye via Getty Images
Religiöses Mobbing durch muslimische Schüler ist ein wachsendes Problem in Berlin (Symbolbild)

An einer Berliner Grundschule sollen muslimische Schüler Andersgläubige immer wieder massiv bedroht haben.

► Ein Vater berichtete der “Berliner Zeitung” vom Wochenende, ein Schüler habe seiner Tochter, die damals die zweite Klasse der Paul-Simmel-Schule besuchte, gedroht, man werde sie schlagen und umbringen, wenn sie nicht an Allah glaube. Vor drei Jahren habe eine Mitschülerin seiner Tochter gesagt, wer nicht an Allah glaube, werde verbrannt.

► “Wir Eltern wurden von dem Mitschüler als Dummköpfe beschimpft, weil wir unsere Tochter nicht im Glauben an Allah erziehen“, sagt der Vater.

► Weil ein Elternteil des Kindes jüdisch sei, habe ein Schüler Ende Februar das Wort “Jude” mehrmals in bedrohlichem Ton wiederholt.

► In WhatsApp-Gruppen der Grundschüler kursierte dem Bericht nach ein Enthauptungsvideo der Terrormiliz IS.

► Der Schulleiter bestätigte der Zeitung die Vorfälle. Man habe die Eltern eingeladen und ein Toleranz-Projekt in der Klasse initiiert, die Schulaufsicht und die Polizei informiert.

Darum ist das Thema religiöses Mobbing bedeutsam:

Religiöses Mobbing ist kein Einzelfall an Berliner Schulen. Immer wieder gibt es Berichte darüber.

So beklagte etwa im Februar die Leiterin einer Neuköllner Grundschule das Problem. Im Mai vergangenen Jahres wechselte ein jüdischer Junge in Berlin deswegen die Schule. Muslimverbände verurteilten die Übergriffe.

Im Sommer vergangenen Jahres veröffentlichte das American Jewish Committee eine – nicht repräsentative – Umfrage unter Lehrern und Schülern von 21 Berliner Schulen, derzufolge antisemitische und islamistische Einstellungen an Schulen an Einfluss gewinnen.

Das müsst ihr zum Thema noch wissen:

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat in der “Bild”-Zeitung vom Montag vor dem Hintergrund der jüngsten Vorfälle Antisemitismus und religiöses Mobbing an Schulen scharf kritisiert. “Wenn ein Kind antisemitisch bedroht wird, ist das beschämend und unerträglich. Jeder Form von Antisemitismus müssen wir uns entschieden entgegenstellen“, sagte Maas der Zeitung.