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21/06/2018 16:58 CEST | Aktualisiert 21/06/2018 18:15 CEST

Sex während der Periode: 5 Dinge, die ihr vor dem nächsten Mal wissen solltet

Und nein, das ist nicht eklig.

  • Um das Thema Sex während der Periode ranken sich viele Mythen. 
  • Diese fünf Dinge solltet ihr wissen, wenn ihr auch während eurer Regel nicht auf Sex verzichten möchtet.
  • Oben im Video: 3800 Männer und Frauen befragt – wie lange sollte guter Sex dauern?

Männer in Vagina-Kostümen und Frauen in roten Kleidern – so feierte der Kondomhersteller Einhorn ausgelassen den Weltmenstruationstag Ende Mai. Mit dem passenden Hashtag #powertotheperiod (Macht der Periode) wollte die Firma dazu beitragen, dass das Thema Periode nicht mehr schambehaftet ist. 

Denn Tatsache ist, dass die Menstruation immer noch als Tabu-Thema gesehen wird. Doch Tatsache ist auch, dass die Blutung für Frauen zur Fruchtbarkeit dazu gehört und, was die wenigsten wissen, viele Frauen haben in dieser Zeit nicht nur mehr Lust auf Sex, sondern unter Umständen auch mehr Spaß daran. 

Ob ihr darauf steht oder nicht, ist euch überlassen. Die Frauenärztin Sheila De Liz empfiehlt, Sex während der Periode genauso zu handhaben, wie Pizza: “Wenn man Lust darauf hat, sollte man es sich einfach mal gönnen.” 

Falls ihr euch mit dem Gedanken an Menstruationssex noch nicht so ganz anfreunden könnt, klären wir euch nun über fünf wichtige Fakten über Sex während Periode auf. 

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1. Sex sorgt dafür, dass die Periode schneller vorbei geht

Welche Frau würde sich nicht wünschen, dass ihre Blutung schneller aufhört. Das natürliche Wundermittel dafür soll der Orgasmus sein. Denn wenn sich der Uterus beim Orgasmus zusammenzieht, werden die Gebärmutterschleimhaut und das Blut schneller ausgestoßen.

Soweit die Theorie. Frauenärzte können das allerdings nicht ganz bestätigen. Zwar stimmt es, dass das Blut nach einem Orgasmus schneller ausgestoßen werden kann, jedoch kommt das immer darauf an, wie viel Blut sich gerade in der Gebärmutter befindet. 

Es sei nicht so, dass alles an Flüssigkeit direkt in der Gebärmutter wäre und durch den Orgasmus abgepumpt würde. “Die Gebärmutterschleimhaut wird erst nach und nach abgestoßen”, erklärt De Liz.

► “Man kann also nicht sagen, ich habe jetzt viel Sex und bis übermorgen ist dann alles vorbei.”

2. Die Befriedigung vertreibt die Krämpfe

Ja, richtig gehört. Wenn ihr während eurer Periode an starken Schmerzen oder Krämpfen leidet, lohnt es sich doppelt zwischendurch der Lust auf ein Schäferstündchen nachzugeben.

Denn wenn man sexuell erregt ist, wird die Gebärmutter stärker durchblutet. Das sorgt für Entspannung und weniger Schmerzen. Gleichzeitig werden Endorphine, die körpereigenen Glückshormone, ausgestoßen, die viel stärker wirken, als jedes Schmerzmittel. 

Übrigens können damit nicht nur die Regelschmerzen, sondern auch PMS-Symptome, wie Stress, vermindert werden.  

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3. Man kann auf Gleitmittel verzichten

Okay, der Gedanke, dass man kein Gleitmittel braucht, weil während der Periode genug Flüssigkeit im Spiel ist, ist naheliegend. Diese Annahme ist jedoch falsch. 

Die natürliche Feuchtigkeit, die die Vagina produziert, wenn eine Frau erregt wird, vermischt sich während der Periode mit dem Blut. Beim Sex gleitet es dann nicht besser, sondern die Flüssigkeit wird klebrig und das Liebesspiel kann  unangenehm werden. 

► Gleitmittel sollte man also auch während der Menstruation griffbereit halten.

4. Man ist anfälliger für Krankheiten

 

nixki via Getty Images
Tampons und Menstruationsbecher sollten regelmäßig ausgetauscht werden. 

Während der Periode ist man in der Tat anfälliger für Krankheiten, vor allem für solche, die über das Blut übertragen werden, wie HIV und Hepatitis, aber auch Herpes kann leichter übertragen werden. 

Deswegen sollte man auch beim Sex während der Periode mit Kondom verhüten. Übrigens nicht nur wegen der Krankheit, sondern auch, weil man trotz Periode schwanger werden kann.  

Während der Periode ist man zudem anfällig für das Toxische Schocksyndrom (TSS). Eine schwere Erkrankung, bei der es zu grippeartigen Symptomen, Hautausschlag, Kreislaufschock bis hin zu Blutgerinnungs- Durchblutungsstörungen der inneren Organe, Arme und Beine kommen kann.

Das Syndrom wird durch eine große Anzahl von Bakterien ausgelöst, die durch eine Verletzung in das Blut gelangen. Das warme Menstruationsblut in der Vagina ist ein idealer Nährboden für die Keime und so können sie sich dort gut vermehren. Wird das Blut zusätzlich gestaut, vermehren sie sich noch stärker.

Gibt es zusätzlich, etwa durch Sex, winzig kleine Risse in der Vagina, steigt das Risiko der Erkrankung. Da die meisten Frauen im Erwachsenenalter Antikörper gegen die Keime gebildet haben, kommt es jedoch nur sehr selten zu schweren Fällen der Erkrankung

Trotzdem sollte man immer darauf achten, Tampons oder Menstruationstassen oft genug zu wechseln.

5. Sex während der Periode vertieft die Beziehung

Irgendwann kommt in einer ernsten Beziehung unweigerlich der Punkt, an dem das Thema angesprochen wird.

Mehr als 30 Prozent der Deutschen haben, laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov, auch während der Periode Sex. Doch jede Frau erfährt ihre Periode anders: starke Schmerzen, leichte Schmerzen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Lust oder Verletzlichkeit sind Dinge, die vermehrt auftreten können. 

Beim Sex während der Menstruation werden aber keine anderen Hormone ausgestoßen, die die Beziehung vertiefen würden. Frauenärztin De Liz vermutet eher, dass man während der Periode eher mit jemandem schläft, dem man sowieso schon Nahe steht. Die Beziehung also schon auf einer vertrauten Basis bestehe. 

Sex während der Periode birgt also deutlich mehr Vorteile als Nachteile. Wenn sich beide Partner dabei wohl fühlen, wäre es auf jeden Fall einen Versuch wert. 

(nc)