WIRTSCHAFT
19/04/2018 15:58 CEST | Aktualisiert 19/04/2018 15:58 CEST

6 Gründerinnen: Diese Ratschläge solltet ihr für eure Karriere unbedingt befolgen

Was hat erfolgreichen Frauen auf ihrem Karriereweg am meisten geholfen?

Was hättet ihr euch für den Berufseinstieg gewünscht? Hilfe beim Verhandeln, Mut, sich durchzusetzen oder einfach jemanden, der an euch glaubt?

Das eigene Unternehmen zu gründen, stellt viele vor ähnliche Herausforderungen wie der Start ins Arbeitsleben. Aber auch wenn er oft durchaus riskant ist: Der Schritt ins Ungewisse kann uns selbstbewusster machen und uns beibringen, was Eigenverantwortung wirklich ist und wie wir uns weiter entfalten können.

Wir haben sechs Gründerinnen gefragt, was ihnen in ihrer Karriere am meisten weitergeholfen hat und was sie jungen Berufseinsteigerinnen raten würden.  

Tijen Onaran

Hendrik Luders
Tijen Onaran

Anfang 2016 fing Onaran an, Frauen in der Digitalbranche zu vernetzen und ihnen beruflich weiterzuhelfen. Heute heißt das Netzwerk Global Digital Women und erstreckt sich über Deutschland hinaus.

Die Fähigkeit, immer wieder aufzustehen und aus nichts viel zu machen, habe ihr in ihrer Karriere am meisten weitergeholfen, sagt Onaran. Dass sie dabei den Glauben an sich selbst und den eigenen Mut immer bewahrt habe, ist ihr besonders wichtig.

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Onaran rät jungen Frauen, sich ein Netzwerk aufzubauen, auf das sie sich verlassen können – und zwar nicht erst, wenn man es braucht. Außerdem sollten sie sich Sichtbarkeit verschaffen. “Arbeite an einer guten Selbstmarketingstrategie, die darauf einzahlt, wer du bist und wofür du stehst. Auch über die digitalen Kanäle, sei es bei Xing, Twitter oder Instagram.“

Güncem Campagna

Campagna
Güncem Campagna

Nach ihrem VWL-Studium entschied sich Güncem Campagna ins Marketing zu gehen und begann ihre Karriere als Mediaberaterin. 2013 wurde sie Beraterin für Startups und gründete später das Unternehmen StartBoosters.

Dass man Karriereplanung strategisch angehen sollte und es für den Erfolg auch auf andere Dinge als Fleiß ankommt, musste Campagna erst lernen: “Neu im Job dachte ich, dass es in der Karriere rein auf Fachkompetenz, Fleiß und Disziplin ankommt. Ich hab alles gegeben und Überstunden ohne Ende gemacht.“

Heute weiß sie, dass für ihre Arbeit Netzwerken und Soft-Skills, wie Empathie und Zuhören, unerlässlich sind.

Sie rät jeder Frau, in sich hineinzuhören. Wo sind ihre Stärken und ihre Schwächen? Dann sollte sie eine Mentorin finden, die mit ihr an der Entwicklung arbeitet. “Das hätte mir in den ersten Jahren bestimmt weitergeholfen, deshalb unterstütze ich gerne junge Frauen im Job“, sagt Campagna.

Ida Tin

Clue
Ida Tin

Millionen Frauen vertrauen auf Ida Tin – beziehungsweise auf ihre App. Tin ist Gründerin der Zyklus-Tracking-App Clue und eine der wenigen Frauen, die sich in die Health-Tech-Branche gewagt hat.

Für Tin ist es wichtig, Geschlechtervorurteile in der Startup-Industrie aufzubrechen und den Weg für andere Frauen zu ebnen.

Keine Frau sollte jemals zögern, um Hilfe zu bitten. Nur, wenn wir uns gegenseitig in unseren Bemühungen unterstützen, werden Frauen stärker und werden sich – egal in welcher Branche – durchsetzen“, sagt sie.

Die Ideen oder das eigene Selbst müssen dabei nicht perfekt sein. Hauptsache, man fange an. “Nicht zu wissen, worauf man sich am Anfang der Karriere einlässt, ist ein großes Geschenk.“

Christina Burkhardt

Shiftschool

Bildung, vor allem digitale Bildung, liegt Christina Burkhardt sehr am Herzen. 2016 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann die Shiftschool, Deutschlands erste Akademie für digitale Transformation.

Dort lernen die Teilnehmer nicht nur auf die digitalen Anforderungen der Berufswelt zu reagieren, sondern auch, wie sie eigenverantwortlich arbeiten können.

Für Burkhardt ist es eine essenzielle Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und ein Thema von A bis Z durchzuarbeiten. Doch das können viele Menschen gar nicht mehr, ohne sich jede Entscheidung von einem Vorgesetzten absegnen zu lassen.

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“Es ist unglaublich wertvoll, wenn sich der Chef darauf verlassen kann, dass Mitarbeiter, die für etwas verantwortlich sind, Entscheidungen selbst treffen und auch dazu stehen. Dann kann der Chef guten Gewissens delegieren“, sagt Burkhardt. Das sei nicht immer leicht.

Aber es sei auch wichtig für die Karriere, zu lernen, an sich selbst zu glauben und sich zu vertrauen. Denn: Sich darauf zu besinnen, welche Herausforderungen man in seinem Leben schon gemeistert hat, gebe Kraft. “Sag dir: Ich kann das, ich hab schon ganz andere Sachen geschafft.“

Ilona Ludewig

4hundred
Ilona Ludewig

Ilona Ludewig hat bereits ihr viertes Unternehmen ins Leben gerufen. Ihre neueste Firma 4hundred versorgt Menschen mit nachhaltigem Strom.

Junge Menschen, die frisch von der Uni oder aus der Ausbildung kommen, hätten viele neue Ideen, sagt Ludewig. Sich zu bremsen, weil man denkt, dass erfahrenere Kollegen es besser wüssten, ist für sie ein Fehler.

“Am Anfang meiner beruflichen Laufbahn habe ich zu sehr versucht, zu sein wie meine Kollegen – und habe mich damit einfach unwohl gefühlt. Heute gebe ich offen zu, wo meine Grenzen sind und spreche einfach an, wenn ein Gespräch Richtung Sackgasse geht”, sagt Ludewig.

Sie habe während ihres Mutterschaftsurlaubes an ihren Unternehmen gearbeitet. Diese Zeit, die sich für viele Frauen negativ auf die Karriere auswirkt, habe sie als Chance genutzt. “Jeder hat doch irgendwie eine Idee. Mein Tipp: Verwirkliche sie nebenher.“

Antonia Albert

Careship
Antonia Albert

Zu gründen konnte sich Antonia Albert am Anfang ihrer Karriere eigentlich nicht vorstellen. Doch aus dem Bedürfnis, ihrer Großmutter die perfekte Pflege zukommen zu lassen, entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Bruder das Unternehmen Careship.

Als junge Gründerin sammelte sie auf ihrem Weg jede Menge Absagen – von Investoren, Kunden, möglichen Partnern. Doch Albert ist überzeugt davon, dass man sich von niemandem von seinem Weg und seinen Träumen abbringen lassen sollte.

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“Die Bereitschaft, ins kalte Wasser zu springen, und auch Risiken einzugehen und mit unvollständigen Informationen zu arbeiten, haben mich beruflich weit gebracht.“ Ihrer Meinung nach sollten Frauen sich mehr zutrauen und lernen, sich gut zu verkaufen.

Ohne Mentoren sei es schwer, schnell aufzusteigen, aber man sollte gut auswählen, welchen Rat man befolgt und sich mit positiven Menschen umgeben, die unterstützen und inspirieren.

Ihr wollt auch spannende Gründerinnen wie Christina Burkhardt kennenlernen und von ihren Erfahrungen profitieren? Dann kommt zum Business Crush Event am 21. April in München.

Das Coaching-Event für Berufseinsteigerinnen und Young Professionals bringt euch euren Vorbildern näher. In Workshops zu Themen wie “Netzwerken“, “How to be a boss“ und “Richtig verhandeln“ bekommt ihr die nötigen Tipps für eure Karriere. Infos und Tickets unter www.businesscrush.de.   

(mf)