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20/06/2018 19:25 CEST | Aktualisiert 20/06/2018 19:25 CEST

Großbritanniens Industrial Strategy – Weichen stellen für die Zukunft

Künstliche Intelligenz und Automatisierung werden die etablierten Industrien in den kommenden Jahren radikal verändern.

@ Mariano Sayno / husayno.com via Getty Images

Aus Deutschland und dem Vereinigte Königreich kamen immer wieder Erfindungen, die die Welt verändert haben. Durch den stetigen Austausch von Know-how und Fähigkeiten können Deutschland und Großbritannien gemeinsam auch in Zukunft Wohlstand gewährleisten.

Auf der ConCar Expo, der größten deutschen Messe für autonomes Fahren, Connected Cars und Mobility-Lösungen, präsentieren in dieser Woche britische
Branchenexperten und innovative Unternehmen wie Jaguar Land Rover oder Westfield im UK Länderpavillon innovative Mobilitätslösungen.

Ich ging auf die Emanuel-Schule in Südlondon und erinnere mich vage an einen Jungen ein paar Klassen über mir, der mich sehr beeindruckt hat, weil er Mitglied des sehr erfolgreichen Ruder-Achters war und es außerdem geschafft hatte, zum Physikstudium in Oxford zugelassen zu werden.

Als ich selber später nach Oxford ging, um Mathematik zu studieren, bin ich ihm dort aber nicht mehr begegnet.

Der Junge hieß Tim Berners-Lee und ein paar Jahre später, 1991, erfand er das World Wide Web – ein Kommunikationssystem, welches das Internet, wie wir es heute kennen, für jedermann zugänglich machte. Fast jeder Aspekt unseres Lebens, einschließlich Arbeit, Gesundheit und Bildung, wurde durch diese drei Buchstaben beeinflusst. Seine Erfindung hat die Welt verändert.

Sir Tim Berners-Lee konnte sicher nicht ahnen, welche enormen Auswirkungen das Internet auf die Welt haben würde – genauso wenig, wie der Vater des modernen Automobils, Karl Benz, vorhersehen konnte, welchen Effekt seine Erfindung auf die Welt haben würde.

Obwohl diese technologischen und technischen Revolutionen mehr als 100 Jahre auseinanderliegen, beginnen sie langsam zu verschmelzen, und es ist schwer zu sagen, wohin genau diese Reise führen wird. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Auswirkungen auf unser Leben genauso groß sein könnten wie frühere Revolutionen.

Ich spreche hier natürlich über das Zeitalter der Automatisierung und die Zukunft der Mobilität. Autonomer und intelligenter Verkehr wird beispielsweise nicht nur Auswirkungen auf unsere Reisetätigkeit haben, sondern auch nachhaltige Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Gesellschaft in unseren Ländern.

Großbritannien und Deutschland werden im Rennen um zukünftige Mobilität eine wichtige Position einnehmen – nicht zuletzt, weil ein großer Teil unseres Vermögens vom Beitrag der Industrie zu unseren jeweiligen Volkswirtschaften abhängt (ca. 19% des BIP für Großbritannien, 30% des BIP für Deutschland).

 

govUK

Viele britische Automobilmarken wie Mini, Bentley und Rolls Royce werden zwar in Großbritannien hergestellt, gehören aber deutschen Unternehmen. Andererseits ist jedes dritte in Großbritannien neu zugelassene Auto (Stand 2016) ein deutscher Export.

Diese engen wirtschaftlichen Beziehungen bieten viele Möglichkeiten, die Zukunft gemeinsam zu definieren. Frühzeitig Trends erkennen und für sich nutzen – darin war Großbritannien schon immer gut. Vor kurzem kündigte Premierministerin Theresa May eine neue Vision für die britische Industrie an und verwies auf die historischen Wurzeln der britischen unternehmerischen Vision: “Vor zweihundert Jahren war es die industrielle Revolution, die die Welt gegenüber Großbritannien veränderte. Vor dreißig Jahren war es unsere mutigen, marktfreundlichen Reformen, die vielen zum Vorbild dienten. Heute sind wir genauso ehrgeizig.“

Es ist unbestreitbar, dass neue Technologien die Art, wie wir als Arbeitnehmer, Bürger und Verbraucher weltweit leben, verändern. Genau wie vor zweihundert Jahren ist Großbritannien auch jetzt sehr gut positioniert, um von dieser neuen industriellen Revolution zu profitieren: Wir sind eine offene unternehmerische Wirtschaft, die auf Erfindungsgeist, Innovation und Wettbewerb basiert.
Wir werden die bisher größten Investitionen der Geschichte des Landes in Entwicklung und Forschung tätigen.

Allein bis 2022 wird die Forschungs- und Entwicklungsfinanzierung um 4,7 Milliarden Pfund erhöht, bis 2027 sollen die Investitionsausgaben von derzeit 1,7% auf 2,4% des BIP steigen. Eine tragende Säule hierfür ist der Industrial Challenge Fund, in den die britische Regierung in den kommenden drei Jahren 725 Millionen Pfund investiert.

Auch die britische Autoindustrie wird davon profitieren: Um das Ziel eines sauberen Wachstums nachhaltig zu erreichen und Großbritannien zu einem weltweit führenden Standort bei der Entwicklung und Herstellung von Batterien für die Elektrifizierung von Fahrzeugen zu machen, wird die Regierung 246 Millionen GBP in die Entwicklung neuer Batterietechnologien investieren.

Außerdem investiert die Regierung verstärkt in Forschung und Entwicklung von Technologien für vernetzte autonome Fahrzeuge (CAV). Unsere Vision für die Zukunft ist es, Großbritannien bis zum Jahr 2030 zur wirtschaftlich innovativsten Nation der Welt zu machen. Dieses Ziel erreichen können wir nicht alleine, sondern nur in Kooperation mit wichtigen Partnern wie Deutschland, erreichen.

Mit Großbritannien als Partnerland der diesjährigen ConCar Expo 2018 in Berlin, laden wir Sie ein, unsere Innovationen und Visionen für die Zukunft selbst zu sehen. Besuchen Sie uns am Stand 21/22 am 27. und 28. Juni in Berlin – wir freuen uns auf Sie!