POLITIK
09/07/2018 16:02 CEST | Aktualisiert 09/07/2018 16:48 CEST

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson ist zurückgetreten

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Francois Lenoir / Reuters
Großbritanniens Außenminister Boris Johnson.

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson ist zurückgetreten. Damit ist die Regierungskrise weiter eskaliert. Premierministerin Theresa May nahm am Montagnachmittag das Gesuch an. Sie dankte Johnson für dessen Arbeit.

► Laut einem Regierungssprecher wird Johnsons Nachfolger in Kürze bekannt gegeben. 

► Der Rücktritt erfolgte, kurz nachdem am Sonntag Brexit-Minister David Davis die Regierung im Streit über den Kurs der beim EU-Austritt verlassen hatte. Johnson hat sich bisher noch nicht offiziell zu seinem Rücktritt geäußert. Der Grund dürfte allerdings ebenfalls in Londons Brexit-Kurs zu suchen sein.

Darum ist der Rücktritt von Boris Johnson wichtig:

Die Vorgänge verstärken den Druck auf Premierministerin May: Die Brexit-Befürworter in der britischen Regierung rebellieren derzeit gegen den neuen Kurs Mays.

Johnson gilt als wichtigster Brexit-Wortführer im Kabinett und bezeichnete Mays neue Brexit-Pläne als “Scheißhaufen”. Er stand unter Druck, es Davis gleichzutun.

May hatte am Freitag mit ihren Ministern eine weniger harte Linie beim Aussteig aus der Europäischen Union vereinbart. Fraglich ist, ob Johnson nun selbst Regierungschef werden will. Mays politische Zukunft steht mit dem Rücktritt der Minister ebenfalls infrage.

Wie May neue Brexit-Strategie aussieht:

Premierministerin May hatte am Freitagabend verkündet, die Regierung habe sich auf eine neue Strategie für den EU-Austritt verständigt. Doch die Einigung kam nur unter großem Druck zustande.

Brexit-Hardliner Davis fürchtete, die Pläne könnten Großbritannien zu eng an die EU binden. Außerdem drohten weitere Konzessionen an Brüssel im Lauf der Verhandlungen.

Mit Material von dpa.

(sk)