POLITIK
21/02/2019 12:37 CET | Aktualisiert 21/02/2019 15:52 CET

Großbritannien: May drohen kurz vor der Brexit-Deadline weitere Parteiaustritte

Top-News To Go.

Simon Dawson / Reuters
Könnte im Streit um den Brexit ihre Regierungsmehrheit verlieren: Großbritanniens Premierministern Theresa May. 

► Das jüngste Parteienbeben in Großbritannien könnte sich schon bald fortsetzen. Nachdem acht Labour- und drei Tory-Abgeordnete aus ihren Parteien austraten, drohen nun Mays konservativer Regierungspartei weitere Abgänge. 

► Die ehemaligen Regierungsmitglieder Justine Greening und Dominik Grieve sagten in Interviews mit der BBC, sie würden in Betracht ziehen, aus der Tory-Partei auszutreten. 

► Greening mahnte ihre Partei, nicht zu “einer bloßen Brexit-Partei” zu verkommen. Einer solchen könne sie nicht gewissenhaft angehören. Grieve kündigte an, bei einem No-Deal-Brexit austreten zu wollen.  

► Ein auf Anonymität bedachtes Ex-Regierungsmitglied, das in seinem Wahlkreis vor einem Misstrauensvotum steht, sagte der HuffPost UK zudem

“Ich schaue mir das alles an und behalte mir meine Optionen. Wenn diese Partei letztlich komplett ihren Verstand verliert, dann, ja, werde ich vielleicht an den Punkt kommen, wo ich nicht länger Mitglied bleiben kann, weil es nicht mehr mit meinen Werten vereinbar wäre. Ich bin ein Tory.” 

Die Folgen der Parteiaustritte für Großbritannien und May: 

Für Theresa May ist jeder Parteiaustritt gefährlich. Ihre Minderheitenregierung, die von der nordirischen DUP gestützt wird, ist auf jede Stimme angewiesen.

Ohne die Stimmen der drei bisher ausgetretenen Tory-Rebellen besitzt May nur noch eine Mehrheit von einer Stimme, wenn die DUP mit ihrer Partei stimmt.

Sollten also weitere Abgeordnete die Partei verlassen und sich der neu gegründeten Independent Group im Parlament anschließen, verliert Mays Koalition ihre Mehrheit. 

(lp)