POLITIK
01/03/2018 13:56 CET | Aktualisiert 01/03/2018 18:06 CET

Exklusive Umfrage: 70 Prozent der Wähler unter 29 wollen keine GroKo

Auf den Punkt gebracht.

Sean Gallup via Getty Images
Andre Nahles (SPD) und Angela Merkel (CDU).

Am kommenden Sonntag könnte es soweit sein – dann nämlich entscheidet sich mit dem SPD-Mitgliedervotum, ob Deutschland erneut von einer Großen Koalition regiert wird.

Ein Bündnis, das nicht nur in den beteiligten Parteien hochumstritten ist – sondern das vor allem in der jungen Generation auf breite Ablehnung stößt. 

Die Ergebnisse der Umfrage im Detail:

► In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der HuffPost sagten 72,6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass eine GroKo “eher schlecht” oder “sehr schlecht” für Deutschland sei. 

► 15,8 Prozent bewerten die GroKo hingegen als “sehr gut” oder “eher gut” für das Land. 11,6 Prozent sind noch unentschieden. 

Die Befragung fand zwischen dem 16. Februar und 1. März statt. In die Auswertung flossen die Aussagen von 2.680 Teilnehmern ein.

Mehr zum Thema: Junge SPD-Politiker: So können wir die Partei in der GroKo neu erfinden

Bemerkenswert ist, dass das Bündnis über alle Parteigrenzen hinweg abgelehnt wird.

► So stehen 65,4 Prozent der jungen SPD-Anhänger der GroKo kritisch gegenüber.

Kaum überraschend, schließlich führt mit den Jusos die Nachwuchsorganisation der Partei das Lager der GroKo-Gegner an.

► Doch selbst mehr als die Hälfte (58,1 Prozent) der jungen Unions-Anhänger sind gegen eine GroKo. 

“Im Vergleich mit Umfragen in anderen Altersgruppen zeigt sich, dass Menschen unter 30 eindeutig die größten GroKo-Skeptiker sind”, sagt Paul Zernitz von Civey.

Denn: Die Mehrheit aller Unions-Anhänger spricht sich nach wie vor für ein Bündnis mit der SPD aus.

Und die Mehrheit der Gesamtbevölkerung lehnt zwar die GroKo ab – hier fällt das Ergebnis aber deutlich knapper aus als bei der Befragung der jungen Generation.

Darum sind die Ergebnisse wichtig:

Vor allem die junge Generation scheint die Dauer-GroKo zunehmend zu frustrieren.

Kein Wunder: In der früheren GroKo machte die Bundesregierung vor allem Geschenke an ältere Wähler – wie die Rente mit 63 und die Mütterrente

Das soll sich mit der neuen GroKo zwar ändern. SPD und Union haben Milliarden für Schulen, schnelles Internet und junge Familien versprochen.

Diese Versprechen kommen aber offenbar zu spät, um das Vertrauen unter jungen Wählern wiederzugewinnen.

So denken 86,5 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass ihre Generation gar nicht oder eher nicht in der Politik repräsentiert wird, ergab eine Civey-Umfrage Anfang Februar.

Für die Parteien ist das übrigens auch ein Problem. Ihnen fehlt der Nachwuchs.

Im Schnitt sind Deutschlands Parteimitglieder 60 Jahre alt. Nur acht Prozent sind unter 30.

Wie die Befragungsergebnisse von Civey zustandekommen, könnt ihr hier nachlesen

(jg)