POLITIK
12/01/2018 05:54 CET | Aktualisiert 12/01/2018 07:16 CET

Nur Altmaier macht Hoffnung: GroKo-Sondierer kommen nicht zu Ergebnissen

Der Kanzleramtschef deutet eine Annäherung an.

Carsten Koall via Getty Images
Altmaier schmeckt's.
  • Die GroKo-Gespräche sind festgefahren – auch Freitagmorgen gibt es noch keine Einigung
  • Kanzleramtschef Altmaier deutete bei Twitter jedoch an, es gehe voran

Bis Freitagmorgen soll ein Sondierungsergebnis stehen. Vertagung: unerwünscht.

Die Unterhändler von Union und SPD wollten unbedingt den Eindruck vermeiden, dass auch die GroKo-Gespräche zu einem kafkaesken Jamaika-Marathon werden würden.

Doch auch bis Freitagfrüh kamen die Spitzen von CDU, CSU und SPD nicht auf einen Nenner.

Noch im Morgengrauen saß die Sechser-Runde der Partei- und Fraktionsvorsitzenden zusammen. Strittig seien weiterhin die arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Themen, Wohnen, Rente, Gesundheit wie auch Finanzen und Flüchtlinge.

Also: fast alles, was schon vor einigen Tagen als Streitpunkt gehandelt wurde.

Gegen halb fünf trottete CSU-Innenexperte Stephan Mayer aus dem Willy-Brandt-Haus. “Es wird noch ein bisschen dauern”, sagte er.

Altmaier: “Schmeckt immer besser”

Dann deutete sein CDU-Parteikollege, Kanzleramtschef Peter Altmaier, zumindest eine Annäherung an. Über die Currywurst, die es zum Abendessen gab und über die sich dem Hauptstadtjournalisten Robin Alexander zufolge einige Unionsabgeordnete beschwerten, twitterte er vom Buffet: “Mir schmeckt es mit jeder Portion besser.”

Die stereotype Sozialdemokraten-Mahlzeit begann um 3 Uhr nachts plötzlich, dem CDU-Unterhändler zu munden.

Ein Unterhändler der Union hatte zuvor zur “Bild“ gesagt: “Die Verhandlungen stecken komplett fest.“ Ein Sozialdemokrat erklärte, eine Einigung mit der CDU sei “kein Problem. Aber die CSU blockiert alles“.

Spaziergänge, um sich zu beruhigen

Schon gegen 23 Uhr hatten immer wieder Politiker das Willy-Brandt-Haus verlassen, um Spaziergänge zu machen. Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte nach einem etwa 20-minütigen Spaziergang nach Mitternacht, er rechne damit, dass es “noch ein bisschen dauern” werde. 

Besonders für die SPD geht es um viel: Bei ihrem Parteitag am 21. Januar werden die Delegierten die Ergebnisse der Sondierung bewerten.

Nur wenn die Sozialdemokraten einige ihrer Gerechtigkeitsversprechen durchsetzen können, ist damit zu rechnen, dass die Sozialdemokraten der Aufnahme von Koalitionsgesprächen zustimmen.

(mf)