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15/06/2018 13:36 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 13:38 CEST

Beim Grenfell-Tower-Brand starben 72 Menschen – Muslime verhinderten Schlimmeres

Sie waren auf dem Heimweg von der Moschee.

Peter Nicholls / Reuters
Ein Jahr nach der Katastrophe: London gedenkt der Opfer des Grenfell Tower Feuers.
  • Am 14. Juni 2017 ging der Grenfell Tower in London in Flammen auf, 72 Menschen kamen ums Leben. 
  • Eine Bewohnerin ist sich sicher: Es wären noch mehr gewesen, wenn da nicht eine Gruppe muslimischer Männer gewesen wäre.

Es war eine Brandkatastrophe von verheerendem Ausmaß: 72 Menschen kamen vor einem Jahr im Londoner Hochhaus Grenfell Tower ums Leben. 

► Das Wohngebäude hatte in der Nacht auf den 14. Juni kurz vor 1 Uhr Feuer gefangen. Als Brandursache gilt ein Küchenbrand in einer der 129 Wohnungen.

Doch wo es Leid gibt, gibt es fast immer auch einen Hoffnungsschimmer. Man muss nur genau hinsehen. 

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Toby Melville / Reuters
Der Grenfell Tower in London am 14. Juni 2017.

Muslime holten Wasser und riefen Hilfe 

“Es wären noch viel mehr Menschen gestorben, wenn da nicht diese muslimischen Jungs gewesen wären und uns geholfen hätten”, sagte eine Bewohnerin des abgebrannten Hochhauses am Tag noch am Tag des Brandes.

Das zeigt ein Video, das auf Twitter geteilt wurde. 

“Sie waren auf dem Heimweg von der Moschee und als erste an der Brandstelle. Sie haben Wasser geholt und Hilfe gerufen”, schildert die Bewohnerin den Einsatz der Männer und merkt an:

Die Leute wollen immer nur darüber sprechen, wenn Muslime etwas falsch gemacht haben, aber nicht, wenn sie etwas Gutes tun."

Sie konnten helfen, weil sie Ramadan hielten 

Ein anderer Anwohner, Andre Barroso, erzählte der Zeitung “The Independent”: “Die meisten der Helfer vor Ort waren Muslime.” Sie hätten die Bewohner mit Essen und Kleidung versorgt, nachdem diese aus den Flammen geflohen waren. 

Mehr zum Thema: Ein Schild beim abgebrannten Hochhaus in London zeigt, wie “kaputt unsere Gesellschaft ist”

► Mehr noch: Es seien überwiegend Muslime gewesen, die die Bewohner aus ihren Betten geholt und so viele von ihnen vor einem schlimmen Schicksal bewahrt hätten.

Denn während die meisten Londoner zur Zeit, als das Feuer ausbrach, schon schliefen, waren viele Muslime noch auf den Beinen: Sie hielten gerade Ramadan.

Vermutlich sahen sie das Feuer auf dem Heimweg und eilten den Bewohnern zur Hilfe.

Zum Jahrestag des Brandes haben mehrere britische Medien das Video der Bewohnerin erneut geteilt. Denn es zeigt eindrücklich, dass eine Gemeinschaft von der Vielfalt lebt – oder im Fall des Grenfell Towers, dass sie Dank ihrer Vielfalt überlebt. 

(jds)