POLITIK
16/07/2018 16:40 CEST

Eine Grafik zeigt, was Putin von Trump hält – und was von Merkel

Der US-Präsident kommt deutlich besser weg als die Kanzlerin.

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Wladimir Putin, Donald Trump und Angela Merkel.
  • Wladimir Putin kommt immer zu spät.
  • Interessant ist die Frage, wie spät er kommt. Eine Grafik gibt Aufschluss. 

Dieses Mal musste der US-Präsident warten. In Großbritannien noch zog Donald Trump den Ärger einiger Briten auf sich, weil er nicht zur selben Zeit wie die Queen zum Besuch am Hof erschienen war. 

An diesem Montag in Helsinki wartete Trump auf seinen Gesprächspartner aus Russland. Die Maschine von Präsident Wladimir Putin landete mit Verspätung in der finnischen Hauptstadt, der Beginn des Gipfels verzögerte sich um etwa 50 Minuten, wie die Deutsche Presse-Agentur mitstoppte.

► War das Absicht? Wollte Putin seine Macht demonstrieren, während Trump im finnischen Präsidentenpalast Däumchen drehte?

Klar jedenfalls ist: Putin in ein notorischer Zuspätkommer.

Und es fällt schwer, aus seiner Historie des Wartenlassens nicht eine politische Botschaft herauszulesen. 

Trump auf demselben Platz wie der Papst

► Das deutsche Online-Portal Statista hat eine Grafik zusammengestellt, die illustriert, welchen Staatschef Putin wie lange warten ließ.

Ganz vorne liegt eine der politischen Widersacherinnen von Putin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). 

► Sieht man die Grafik als eine Art Beliebtheitsskala an, dann platziert sich Trump mit seinen 50 Minuten Wartezeit auf demselben Rang wie Papst Franziskus. Nicht so schlecht also.

Wirklich Gedanken machen sollte sich Trump, der Putin einmal bestätigte, “einen sehr guten Job” in Russland zu machen, erst, wenn er drei Stunden warten müsste – so wie der Präsident der Ukraine, Wiktor Janukowytsch. Dann hätten sich all die Schmeicheleien für den Kremlchef nicht gelohnt.

Was nun Merkel angeht: Auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise ließ Putin die Kanzlerin mehr als vier Stunden in Mailand sitzen. Er musste noch Soldaten in Serbien bewundern. 

Ist Putin einfach unpünktlich?

Schon 2012 wartete Merkel zwei Stunden auf Putin. 2007 erschreckte er sie mit einem großen, schwarzen Hund. Die vier Stunden in Mailand allein – sie waren nur der Höhepunkt einer Reihe von kleinen (aber hochpolitischen) Gemeinheiten. 

► Zum Treffen mit Trump an diesem Montag kam der russische Präsident ohne Hund. Auch das ist ein gutes Zeichen für den US-Präsidenten. 

Offen aber bleibt die Frage: Vielleicht zählt Pünktlichkeit einfach nicht zu den Stärken von Putin? Die Zeit im sowjetischen Geheimdienst mit strenger Disziplin und Uhrenvergleich ist auch schon etwas her.

Seine frühere Frau Ludmilla Putina habe sich mit Schrecken an ihre ersten Verabredungen erinnert, berichtet der “Guardian”. “Ich war nie zu spät”, sagte sie. “Aber Wladimir Wladimirowitsch war es immer.”  

(lp)