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29/08/2018 06:44 CEST | Aktualisiert 29/08/2018 09:41 CEST

Goldener Erdogan: Stadt Wiesbaden lässt Statue nach Protesten abbauen

Ralph Orlowski / Reuters
Die Staute des Anstoßes: Nach heftiger Kritik wird der Goldene Erdogan auf der Wiesbadener Biennale abgebaut. 
  • Die Stadt Wiesbaden hat eine umstrittene Kunstaktion auf der Biennale beendet. 
  • Künstler hatten eine goldene Erdogan-Statue aufgestellt – die Replik des Präsidenten der Türkei wird nun abgebaut. 

Recep Tayyip Erdogan ist kein Demokrat. Er unterjocht Teile seines Volkes, er beeinträchtigt die Justiz, er lässt Journalisten und Oppositionelle einsperren. Er gefährdet die Demokratie in der Türkei

In Wiesbaden fand es eine Gruppe von Künstlern jedoch angemessen, eine Kunstinstallation aus Erdogan zu machen. Sie stellten eine goldene Statue als Teil des Kunstfestivals Biennale auf – einen goldenen Erdogan

Am Dienstag kam es deswegen zu heftigen Protesten. Nicht nur im Internet, sondern auch vor der Statue selbst. Anhänger und Gegner des umstrittenen türkischen Präsidenten Erdogan lieferten sich dort heftige Wortgefechte.

Ein Polizeisprecher berichtete von einer “leicht aggressiven Stimmung”, jedoch blieb es demnach bei einem verbalen Schlagabtausch. Jetzt hat die Stadt Wiesbaden dennoch durchgegriffen: Sie lässt den goldenen Erdogan abbauen

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Erdogan-Statue als Gefahr für die Sicherheit in Wiesbaden

Die Sicherheit habe nicht mehr gewährleistet werden können, teilte die Stadt am späten Dienstagabend ihre Entscheidung über Twitter mit.

Die Feuerwehr rückte bereits kurz nach Mitternacht an, um die Erdogan-Statue mit einem Kran zu entfernen.

Die Räumung des Platzes, auf dem die rund vier Meter hohe und goldfarbene Statue seit Montag stand, war nach Polizeiangaben ohne besondere Vorkommnisse verlaufen.

Theater-Intendant verteidigt goldenen Erdogan

Der Wiesbadener Staatstheater-Intendant Uwe Eric Laufenberg verteidigte derweil die Aktion als ein Statement für die freie Meinungsäußerung.

“Wir haben die Statue aufgestellt, um über Erdogan zu diskutieren”, erklärte Laufenberg. “Das geht überall. Die Kunst ist dazu da, zu zeigen, wie es ist.”

Das sei nicht immer leicht zu verstehen. “Aber in einer Demokratie muss man alle Meinungen aushalten.”