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26/09/2018 13:24 CEST | Aktualisiert 26/09/2018 13:24 CEST

Glutenhaltiges Essen in der Schwangerschaft könnte Diabetes begünstigen

Kinder, deren Mütter sich in der Schwangerschaft glutenreich ernährt haben, könnten möglicherweise häufiger an Diabetes erkranken.

97 via Getty Images
Die Wissenschaftler möchten jedoch klar stellen, dass schwangeren Frauen noch keine Ernährungsempfehlungen gegeben werden sollte.
  • Eine glutenhaltige Ernährung in der Schwangerschaft kann das Risiko für Typ 1 Diabetes beim Kind erhöhen. 
  • Das vermuten Forscher einer internationalen Studie, doch es werden weitere Untersuchungen benötigt.

Brot, Nudeln und Müsli sind Grundnahrungsmittel in der Ernährung der meisten Menschen.

► Doch Ergebnisse einer neuen Studie zeigen: Frauen, die sich in der Schwangerschaft glutenreich ernähren, könnten das das Risiko erhöhen, dass ihre Kinder im späteren Leben an Diabetes Typ 1 erkranken.

Bisher wurde in diesem Bereich nur an Tieren geforscht. Dabei haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Tiere, die in der Schwangerschaft kein Gluten zu sich nahmen, Diabetes bei ihren Kindern “komplett unterbinden” konnten. 

Aus diesem Grund wollte eine Gruppe von internationalen Forschern herauszufinden, ob das bei Menschen ebenfalls der Fall sein könnte.

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Das Risiko steig bei viel Gluten in der Ernährung an

► Dafür wurden 63.000 schwangere Frauen zwischen den Jahren 1996 und 2002 in Dänemark untersucht. Die ausgewählten Frauen haben in ihrer 25. Schwangerschaftswoche einen Fragebogen über ihre Ernährung ausgefüllt.

Die Menge an glutenhaltigen Lebensmitteln, die sie täglich zu sich nahmen, reichte von sieben bis 20 Gramm – durchschnittlich aßen sie also etwa 13 Gramm Gluten am Tag.

Die Forscher begleiteten die Mütter und ihre Kinder mehrere Jahre nach der Geburt, um zu sehen, wie viele Kinder an Diabetes Typ 1 erkrankten.

► Im Jahr 2016 dokumentierten die Forscher 247 Kinder mit Diabetes Typ 1. 

Das Risiko der Kinder, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, “stiegt proportional” zu der Menge an Gluten, die die Mutter während der Schwangerschaft zu sich genommen hatte. 

► Die Kinder, deren Mütter die größte Menge an Gluten in der Schwangerschaft aßen, hatten das größte Risiko, an Diabetes zu erkranken – doppelt so hoch, wie Kinder von Müttern, die die niedrigste Menge an Gluten aßen.

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Es muss noch mehr geforscht werden

Die Wissenschaftler möchten jedoch klarstellen, dass schwangeren Frauen noch keine neue Ernährungsempfehlung gegeben werden sollte – es müsse erst noch mehr geforscht werden, um die Theorie wirklich bestätigen zu können.

“Da noch kein kausaler Zusammenhang zwischen Gluteneinnahme und Diabetes Typ 1 erwiesen ist, ist es noch zu früh, um die Ernährungsempfehlungen für schwangere Frauen zu ändern”, teilten die Forscher des “National Institute for Health and Welfare” in Finland in einer Pressemeldung mit.

► Sie fügten jedoch hinzu, dass Ärzten, Forschern und der Gesellschaft bewusst sein sollte, dass dennoch die Möglichkeit bestehe, dass eine stark glutenhaltige Ernährung schädlich sein könnte.

Es werden jedoch weitere Studien benötigt, um die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen.

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Schwangere müssen ihren Lebensstil nicht verändern

Lucy Trelfa, Pressesprecherin bei “Diabetes UK”, sagte: “Die Studie ist interessant, aber sie legt nicht dar, dass Gluten der Auslöser für Diabetes Typ 1 ist.” Sie fügte hinzu: “Es ist noch viel zu früh, um zu sagen, welche Rolle Gluten wirklich spielt.”

Sie erklärte, dass die Forscher zwar eine Menge Faktoren unserer Gene und Umgebungen beobachten würden – wie Gluten, das eventuell das Risiko für Diabetes Typ 1 erhöhen würde – jedoch sei noch nicht klar, wie diese Faktoren zusammenarbeiten.

► “Wir müssen erst verstehen, was der Auslöser für Diabetes Typ 1 ist, wenn wir es verhindern wollen. Aber für Forschungen wie diese braucht es mehr Zeit”, sagte sie gegenüber der HuffPost UK.

Trelfa möchte klarstellen, dass schwangere Frauen ihren Lebensstil aufgrund dieser Studie nicht verändern müssen – und jeder, der sich um seine Schwangerschaft Sorgen macht, sollte mit seinem Arzt sprechen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost UK und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

(glm)