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07/03/2018 19:22 CET | Aktualisiert 08/03/2018 18:58 CET

"Gladbeck" im Live-Stream: ARD-Zweiteiler online sehen, so geht's

Worum es in dem ARD-Zweiteiler geht – und wo ihr das Geiseldrama abrufen könnt.

  • Das Erste hat “Gladbeck” verfilmt und beleuchtet das Drama aus verschiedenen Blickwinkeln
  • Der Zweiteiler startet am Mittwoch
  • Das Video zeigt, wie ihr das ARD-Programm online sehen könnt

“Gladbeck” im Live-Stream: Der ARD-Zweiteiler gilt als ein Highlight im TV-Jahr – und erinnert an ein Geiseldrama vor 30 Jahren.

Nach dem missglückten Banküberfall in Gladbeck fliehen die zwei Täter mit Geiseln durchs Land. Verfolgt von einer hilflos wirkenden Polizei und einer Presseschar wie im Rausch.

Vor laufenden Kameras geben die Verbrecher Interviews, während sie in Bremen Geiseln in einem Bus in ihrer Gewalt haben.

Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle im Nachkriegsdeutschland, der die Bundesrepublik an drei Tagen in Atem hielt, der zwei Geiseln und einen Polizisten das Leben kostete, der als Versagen der Staatsmacht und als journalistischer Sündenfall in die Geschichte einging.

Nun hat das Erste die Geschichte verfilmt.

“Gladbeck” im Live-Stream

Der Zweiteiler “Gladbeck” startet am Mittwoch um 20.15 Uhr, das Finale wird am Donnerstag zur selben Zeit ausgestrahlt.

Wer das TV-Drama nicht im Fernsehen sehen kann, hat auch die Möglichkeit “Gladbeck” im Internet zu sehen. Zur Ausstrahlungszeit läuft der Film auch im kostenlosen Live-Stream der ARD. Später finden Interessierte die Filmteile in der Mediathek. Auch deren Nutzung ist kostenlos.

Das Erste im Live-Stream

Gladbeck in der Mediathek

Das erwartet euch

Regisseur Kilian Riedhof will die “Erschütterung und Ohnmacht”, die er selber angesichts von Gladbeck empfunden habe, auf das Publikum übertragen.

“Filme dürfen nicht im Kopf stecken bleiben, sie müssen uns bewegen. Das Trauma von Gladbeck braucht unsere kollektive Empathie, um verarbeitet zu werden”, sagt der 46-Jährige.

Sein Film bewegt – und holt den Nervenkrieg aus dem August 1988 zurück auf den Bildschirm. Sascha Alexander Geršak als Rösner, Alexander Scheer als Degowski und Zsa Zsa Inci Buerkle als Silke Bischoff gleichen den realen Vorbildern für ihre Rollen nicht nur frappierend.

Die größtmögliche Faktentreue, die dem  “Gladbeck”-Team wichtig war, reicht bis hin zu Bewegungsabläufen und Körpersprache. 

Im Zentrum steht für Riedhof die Begegnung mit dem Animalischen und die Frage, wie sich dessen anarchische Gewalt auf Polizisten, Journalisten und vor allem die Geiseln auswirkte.

Die Geiselnehmer sind dieses Mal keine Hauptfiguren

“Gladbeck” beleuchtet dazu das Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln: aus der Sicht von Polizei, Journalisten und Geiseln. Letzteren vor allem wollten sie endlich mehr Raum geben, wie Grimme-Preisträger Riedhof (“Homevideo”) erklärt.

► Silke Bischoff zum Beispiel, die beim finalen Zugriff der Polizei durch einen Schuss aus Rösners Waffe ums Leben kam. Und dem 15-jährigen Emanuele De Giorgi, der von Degowski im gekaperten Bus erschossen wurde.

Den Tätern aber habe er keine Nahaufnahme im klassischen Sinne schenken wollen, sagt Riedhof. “Wir erzählen nicht aus ihrer – sie sind für uns keine Identifikationsfiguren.”

Wer die Originalbilder vor Augen hat, wird so manches im Film, der genaue Recherche mit fiktionalen Elementen verknüpft, bis ins Detail wiedererkennen.

►  Das Ergebnis: 54 Stunden komprimiert in zwei Mal 90 Minuten. Kein Dokudrama, sondern “ein dramatisch verdichtender Spielfilm” (Riedhof).

(lm)