POLITIK
16/04/2018 16:49 CEST | Aktualisiert 19/04/2018 17:32 CEST

Giftgas-Einsatz: Großbritannien wirft Russland und Syrien vor, Ermittlungen zu behindern

Top-News To Go.

LOUAI BESHARA via Getty Images

► Diplomaten aus Großbritannien und Schweden werfen Russland und Syrien vor, das Ermittler-Team zu behindern, das den mutmaßlichen Giftgas-Einsatz in der syrischen Stadt Duma untersuchen soll.

► Die Experten sind am Samstag in Damaskus eingetroffen, könnten aber nicht weiter nach Duma reisen, teilten die britische und die schwedische Delegation bei der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) auf Twitter mit.

► Russland wies zunächst die Vorwürfe zurück. “Das ist eine weitere Erfindung der Briten”, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Die Version Moskaus: Wegen der Raketenangriffe der USA, Frankreichs und Großbritannien habe die Delegation noch nicht weiterreisen können.

► Am Montagabend kündigte Russland an, die Experten dürften am Mittwoch nach Duma reisen. Die Straße dorthin müsse erst noch von Minen geräumt werden.

Darum sind die OPCW-Ermittlungen so wichtig:

Das syrische Regime soll vor über einer Woche bei einem Angriff in Duma Giftgas eingesetzt haben. Dabei sind nach Angaben von Hilfsorganisationen Dutzende Menschen ums Leben gekommen.

Russland und Syrien bestreiten den Einsatz von Chemiewaffen. US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprachen allerdings davon, Beweise dafür zu haben. Am Samstag haben die USA und Frankreich zusammen mit Großbritannien Syrien daher angegriffen.

Was ihr noch über Syrien wissen müsst:

Unterdessen nehmen die Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts Fahrt auf. Frankreich will nach Angaben von Diplomaten nun die Annahme einer umfassenden Resolution im UN-Sicherheitsrat. Auf Grundlage einer Waffenruhe soll dann an einer langfristigen politischen Lösung des Konflikts gearbeitet werden. 

UPDATE 21.45 Uhr: Artikel wurde um Russlands Mitteilung ergänzt, die Experten am Mittwoch nach Duma zu reisen.