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16/04/2018 13:27 CEST | Aktualisiert 16/04/2018 13:40 CEST

Ghana will Imam-Rufe verbieten – und empfiehlt absurde Alternative

Die Behörden haben dem Lärm den Kampf angesagt.

Anadolu Agency via Getty Images
Die Accra Furqan Moschee in der Hauptstadt Ghana – der Komplex wurde von der türkischen Regierung und türkischen Organisationen finanziert 
  • Der westafrikanische Staat Ghana will den Lärmpegel in den Städten senken
  • Dazu wurden vor allem die Moscheen aufgerufen, auf andere Mittel als Lautsprecher zu setzen

Ghana ist ein mehrheitlich christliches Land. Dennoch gibt es in dem westafrikanischen Staat auch eine große muslimische Minderheit

Anders als in anderen Teilen der Welt sind die Grenzen zwischen den verschiedenen Religionen weitaus fließender. Ghana hat nun ein Problem ausgemacht – sowohl bei den örtlichen Moscheen, als auch den Kirchen: Lärm.

Um die Lärmbelastungen in den Städten zu reduzieren, drängen die Behörden in der Hauptstadt Accra nun darauf, dass die Moscheen künftig nicht mehr mit Lautsprechern zum Gebet rufen.

tVielmehr sollen Imame den Messenger-Dienst Whatapp nutzen, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Das berichtet der Auslandssender Deutsche Welle (DW).

Kampf dem Lärm

Die ghanaische Regierung hofft, dass die  Änderung zu einer Verringerung des übermäßigen Lärms beitragen könnte – gerade in Accra.

Doch viele Muslime lehnen die Whatsapp-Idee ab. Obwohl Scheich Usan Ahmed, Imam in Accra, zustimmt, dass der Lärmpegel reduziert werden müsse, ist auch er gegen das Vorhaben ab. Der Imam ruft die Muslime fünf Mal täglich zum Gebet.  

Und auch andere sehen das Vorhaben skeptisch. “Ich finde nichts falsches daran, dass Muslime im Morgengrauen aufwachen und Megafone nutzen, um ihre Leute dazu aufzurufen, ihren Gott anzubeten”, sagte Nora Nsiah, eine Muslima, die von der DW interviewt wurde.

“Denn wir haben auch Kirchen, die ebenfalls Megafone benutzen und auch am Morgen predigen.”