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26/06/2018 10:31 CEST | Aktualisiert 26/06/2018 10:31 CEST

Wieso Firmenlenker Gesundheit zur Top-Priorität machen sollten

Gesundheit im Betrieb ist ein Zukunftsthema, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer

Morsa Images via Getty Images

Ein Boom, dem die fleißigen Hände und klugen Köpfe ausgehen: Dieses Schicksal könnte der deutschen Wirtschaft in den kommenden Jahren drohen. Denn angesichts von Rekord-Beschäftigung und Top-Auftragslage brauchen gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) mehr und mehr qualifiziertes Personal, um zu wachsen.

Doch das fehlt an allen Ecken und Enden. Zugleich steigen Fehlzeiten durch Krankheit, Belegschaften altern und fallen öfter aus.

Fachkräftemangel und Fehltage

Tatsächlich sind die Aussichten für den Mittelstand trotz Wirtschafts-Boom nicht immer rosig: Viele klagen bereits heute über enorme Verluste, die mit Auftragsstaus und Produktivitätsausfällen verbunden sind. Einem neuen Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus April 2018 zufolge verringert der Mangel an Fachkräften das deutsche Wirtschaftswachstum bereits um jährlich fast ein Prozent.

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Und auch die wachsenden Krankheitstage bleiben nicht unbemerkt: Laut aktuellen Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin meldeten sich Arbeitnehmer im Jahr 2016 durchschnittlich rund 17,2 Tage lang krank, Tendenz steigend. Für einen Betrieb mit 1.000 Mitarbeitern heißt das Kosten von gut vier Millionen Euro jährlich.

Die Antwort auf all diese Herausforderungen lautet häufig: Immer buntere Benefits, die neue Mitarbeiter locken und Belegschaften an ihre Arbeitgeber binden sollen. Abseits vom reinen Gehalt füllen Unternehmen deshalb ihre Kühlschränke mit frischen Smoothies, bauen Kicker-Tische auf und organisieren aufwändige Betriebsfeiern – alles, um die Arbeitgebermarke zu stärken.

Mitarbeiter-Vorsorge gerät ins Hintertreffen

Ein Bereich gerät dabei oft ins Hintertreffen, obwohl er zugleich immer wichtiger wird: die Gesundheit der Mitarbeiter. Denn die Standardleistungen der Vorsorge reichen vielen Menschen heute nicht mehr aus, gleichzeitig nehmen Stress und Erschöpfung durch hohe Arbeitsbelastung zu.

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Immer mehr Beschäftigte wünschen sich deshalb, dass ihre Firmenchefs einen Beitrag zu ihrer Vorsorge leisten – zum Beispiel in Form eines telemedizinischen Angebots, durch das Arbeitnehmer per Video- oder Telefonanruf einen digitalen Zugang zu ärztlicher Beratung erhalten, und das rund um die Uhr.

Wenn sich ein Unternehmen solidarisch zeigt und seinen Belegschaften gesundheitliche Extras bietet, hat das entscheidende Vorteile:

Zum einen können Ausfalltage durch eine bessere Vorsorge deutlich reduziert werden – gerade Krankheiten fallen, wenn frühzeitig erkannt und behandelt, oft weniger schwer aus. Und weil Mitarbeiter gesünder und länger arbeiten, lassen sich sogar einige der Lücken schließen, die der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs mit sich bringt.

Zum anderen kommen die betrieblichen Gesundheitsleistungen bei den Arbeitnehmern gut an – und stärken deshalb die Mitarbeiterbindung. Dabei denken sie ganz pragmatisch: Zusatzleistungen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen, sind teuer und fast immer mit einer zusätzlichen Gesundheitsprüfung verbunden.

Betriebliche Krankenversicherung auf Privatpatienten-Niveau

In großen Unternehmen gehören breite gesundheitliche Leistungen für die Mitarbeiter mittlerweile zum Standard-Angebot. Aber auch immer mehr Mittelständler wollen investieren: Jedes fünfte Unternehmen gibt mittlerweile an, seine Ausgaben in den kommenden fünf Jahren zu erhöhen.

Besonders interessieren sie sich für die betriebliche Krankenversicherung (bKV), die es ihnen bereits für geringe monatliche Beiträge ermöglicht, ihren Belegschaften eine Vorsorge auf Privatpatienten-Niveau anzubieten – zudem einen geringeren Verwaltungsaufwand bedarf, als das ganzheitliche Gesundheitsmanagement.

Klar ist: Gesundheit im Betrieb ist ein Zukunftsthema, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Angesichts der Herausforderungen der Zukunft sollten es Unternehmen deshalb zur Top-Priorität machen.