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19/02/2018 16:35 CET

Bordellbesitzer steht vor Gericht – seine Rechtfertigung ist ein Frechheit

Wenn er nur gewusst hätte, wie schwierig es ist, so einen Puff zu betreiben.

Leonhard Foeger / Reuters
Sexarbeiterin in einem Salzburger Nachtclub im Juni 2015.
  • Ein Puffbetreiber ist angeklagt, weil er Illegale beschäftigt haben soll.
  • Vor Gericht will der Mann Mitleid erwecken.

Vor dem Amtsgericht im Niedersächsischen Buxtehude ist es zu einem grotesken Verfahren gekommen. Über den Fall berichtete die Kreiszeitung “Wochenblatt” aus Buxtehude.

Angeklagt war ein Bordellbesitzer wegen “Beihilfe bei einem Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz”. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, eine Ukrainerin illegal als Prostituierte in seinem Etabilssement beschäftigt zu haben.

Diese sei nur mit einem Schengen-Visum eingereist und habe damit keine Arbeitserlaubnis gehabt. 

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Bereits kurz nach der Eröffnung seines Bordells hatte eine Razzia die Arbeit der “ukrainischen Mitarbeiterin” beendet. Für den Betreiber gab es eine Strafanzeige. 

Absurde Erklärung des Puffbesitzers

Doch der fühlt sich ungerecht behandelt und rechtfertigte sich über seinen Anwalt mit einer frechen Erklärung:

Wie das “Wochenblatt” berichtet, machte der Mann geltend, er sei neu in der Branche gewesen und habe sich deshalb mit der Gesetzeslage nicht ausgekannt. 

Als die Höhe der Geldstrafe ermittelt werden sollte, setzte der 43-Jährige Puffbetreiber weiter auf das Mitleid des Gerichts. Er habe nichts und sei ein armer Mann. Denn der “Laden” werfe nichts ab. Er habe höchstens “Einnahmen auf Hartz IV-Niveau”.

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Ob Richter Erik Paarmann ein Einsehen mit dem bemitleidenswerten Angeklagten hatte, oder einfach genug von seinen Erklärungen ist unklar. Jedenfalls verzichtete er auf eine weitere Beweisaufnahme und stellte das Verfahren ein - gegen eine Geldauflage von 300 Euro.