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07/03/2018 12:05 CET | Aktualisiert 07/03/2018 14:28 CET

Sachsen-Anhalt: Polizei trennt Mädchen vor der Schule gewaltsam vom Vater

Die Kleine soll geweint und um Hilfe gefleht haben.

eric1513 via Getty Images
Das kleine Mädchen wollte offenbar unbedingt bei seinem Vater bleiben.
  • In Sachsen-Anhalt haben Polizisten ein Mädchen von seinem Vater getrennt
  • Der Grund: Das Sorgerecht wurde der Mutter zugesprochen – obwohl diese die Familie verlassen hat

Die Achtjährige weint und schreit nach ihrem Papa. Sie hat Panik. Künftig soll sie bei ihrer Mutter leben, doch das macht ihr offenbar große Angst.

Ein Polizist trägt die Kleine schließlich auf dem Arm in das Auto, das sie von ihrem Vater fort bringt. 

Er soll sich immer gut um seine Tochter gekümmert haben

Wie die “Mitteldeutsche Zeitung” berichtet, soll sich diese Szene am Montag an einer Grundschule in Helbra, Sachsen-Anhalt, ereignet haben. 

Hintergrund ist eine wohl fragwürdige Entscheidung des Oberlandesgerichtes. Das soll der Mutter des achtjährigen Mädchens das Sorgerecht zugesprochen haben, obwohl Vater Maik W. seit mehr als zwei Jahren alleine mit seiner Tochter lebt.

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Er soll sich immer gut um sie gekümmert haben – ihre Mutter soll die Familie dagegen verlassen haben, heißt es bei der “Mitteldeutschen Zeitung”.

Nach dem Gerichtsbeschluss soll eine freiwillige Übergabe des Kindes wohl schwierig gewesen sein. Wie der Vater der Tageszeitung berichtete, konnte er seine Tochter nie dazu bewegen, auf die Mutter zuzugehen.

“Nein, nein, nein - mein Papa, bitte“

Am Montag rückte schließlich der Gerichtsvollzieher an. Zusammen mit Polizisten und Mitarbeitern des Jugendamtes holte er die Kleine von der Schule ab, um sie ihrer Mutter zu übergeben.

Sie wehrte sich laut Bericht der Tageszeitung mit “Händen und Füßen”. 

“Nein, nein, nein – mein Papa, bitte“, soll sie geschrien haben. “Dann geh ich lieber zu den ganzen Kindern.“ Damit habe die Kleine wohl ein Heim gemeint, schreibt die “Mitteldeutsche Zeitung”.

Der erste Versuch, sie in das Fahrzeug zu setzen, das sie von ihrem Vater wegbringen sollte, sei gescheitert. Das Mädchen habe sich laut der Tageszeitung am Autodach festgekrallt.

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Dabei soll es geweint und um Hilfe gefleht haben.

Trotz seiner Gegenwehr wurde es ins Auto gesetzt und zu seiner Mutter gebracht. Künftig wird die 8-Jährige dort leben und auf eine andere Schule gehen. 

“Das bricht einem das Herz“

Wann Maik W. seine Tochter wieder sieht, steht wohl noch in den Sternen.

“Das bricht einem das Herz“, sagt seine Schwester der “Mitteldeutschen Zeitung”. 

Auch die Polizeibeamten waren wohl von der Dramatik der Situation schockiert. 

“Das hat die Kollegen schwer getroffen“, gesteht eine Polizeisprecherin gegenüber der Tageszeitung. Trotzdem ging es wohl nicht anders.

Wenn das Gericht eine Entscheidung fällt, muss diese durchgesetzt werden – wenn es nicht freiwillig klappt, dann werden eben Vollzugshelfer eingesetzt. 

(ks)