NACHRICHTEN
14/09/2018 12:22 CEST

Gelsenkirchen: Stadtrat stimmt über Kastrationspflicht für Katzen ab

Schätzungsweise laufen über 6000 Katzen in Gelsenkirchen frei herum.

Dontsov via Getty Images
Das Veterinäramt setzt sich für eine Kastrationspflicht ein (Symbolbild).
  • In Gelsenkirchen laufen zahlreiche Katzen frei herum und haben keine Besitzer. 
  • Der Stadtrat will deshalb über eine Kastrationspflicht abstimmen. 

 In Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen, gibt es seit langem das Problem, dass zu viele streunende Katzen nicht sterilisiert sind und somit reichlich Nachwuchs bekommen, der frei herumläuft. 

Eine Katze wird pro Jahr ungefähr zweimal rollig. Pro Wurf bekommt eine normale Hauskatze ungefähr zwei bis fünf Kitten. Somit kann es innerhalb eines Jahres, pro Katze, im Extremfall zehn neue Katzenbabys geben.

Das birgt besonders dann Probleme, wenn sich niemand um das Tier und die Jungen kümmert. Dann stellt sich nämlich die Frage: Wohin mit den vielen Babykätzchen?

Ungefähr 600 freilebende Katzen würde das Tierheim Gelsenkrichen aktuell versorgen, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenseite “WAZ”. Doch insgesamt gäbe es geschätzt über 6000 Streuner. Und diese Zahl wird stetig weiter steigen, wenn sich niemand um die herrenlosen Tiere kümmert.

Mehr zum Thema Tiere:Hochzeits-Fotos: 32 Hunde, die ihren Besitzern beim Ja-Wort zur Seite stehen

Abstimmung über Kastrationspflicht

Die Stadt Gelsenkirchen ist sich dieses Problems bewusst und möchte nun eine Lösung finden. Im Oktober will der Stadtrat über eine Kastrationspflicht abstimmen, wie die Nachrichtenseite berichtete. 

Dies würde alle Besitzer betreffen, die ihre Tiere auch draußen herumlaufen lassen.

Die Initiative kommt laut “WAZ” vom Veterinäramt. Dieses erhofft sich durch eine Kastrationspflicht, dass sich Kater mit Freigang nicht mehr uneingeschränkt mit streunenden Katzen paaren können. Und sich im Endschluss die Zahl an rolligen Katzen dadurch verringern wird.

Auch sollen Katzen gechippt und über das Haustierzentralregister Tasso registriert werden. Denn so könnten die Besitzer, die ihre Tiere nicht kastriert haben lassen, schnell gefunden werden. Die Katze dürfe erst dann wieder nach draußen gehen, sobald von einem Tierarzt die Kastration bestätigt wurde, heißt es weiter in dem Bericht.

Generell würde die Stadt Gelsenkirchen zukünftig dafür sorgen, dass Katzen, deren Besitzer nicht aufzufinden ist, von einem Tierarzt auf Kosten der Stadt kastriert werden. 30.000 Euro sollen dafür laut der Nachrichtenseite beigesteuert werden. 

Kastrationspflicht in Deutschland:

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds e.V. gibt es in Deutschland mittlerweile etwa 671 Städte und Gemeinden mit Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen für Katzen. 

(nr)