POLITIK
08/03/2018 10:15 CET

Geld fürs Kopftuchtragen? Muslimas verspotten bekannteste Imamin Deutschlands

Seyran Ates verärgert Kopftuch-Trägerinnen mit ihrer Theorie.

NurPhoto via Getty Images
Seyran Ates
  • Die Imamin Seyran Ates behauptet, manche Frauen würden fürs Kopftuchtragen bezahlt
  • Einige Muslimas fühlen sich verletzt – und wehren sich mit Humor

Seyran Ates ist vermutlich Deutschlands bekannteste Muslima, streitbar und umstritten.

Die Imamin, Gründerin der Liberalen Moschee in Berlin und Frauenrechtlerin hat nun in der liberalen österreichischen Zeitung “Kurier” den Verdacht geäußert, dass manche Frauen von konservativen Kräften aus dem Ausland – den Muslimbrüdern, der Türkei, Katar und Saudi-Arabien – dafür bezahlt würden, in der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen. 

Keine Belege für die These

“Ich kann es noch nicht belegen”, sagte sie im Interview. “Aber wenn man in das Milieu hineingeht, dann erfährt man das. Reinigungsfrauen in Deutschland bekommen 100 Euro mehr, wenn sie Kopftuch tragen.”

Ates behauptete, Studentinnen würden dafür bezahlt, wegen des Kopftuchs vor Gericht zu ziehen. Unklar ist, ob Ates diesen Vorwurf auf Deutschland bezog.

Ob das Verschwörungstheorien sind oder Fakten, zu vernachlässigende Einzelfälle oder ein bedenkliches System, ist unabhängig nicht nachprüfbar.

Spott im Netz

Einige Muslimas zumindest reagierten im Netz auf Ates’ These mit Spott. “Wie ich meine Kaffeesucht finanziere?”, fragt eine Frau. “Na, durch mein Kopftuch.”

Eine andere frozzelt, sie habe für jedes Kopftuch das farblich passende Auto bekommen.

Ein Twitter-Nutzer meint, jetzt verstehe er, warum seine Mutter Kopftuch trage. Sie habe einfach nie erwähnt, dass sie dafür kassiere.

Die Satire-Seite “Noktara” drehte den Spieß um und alberte, in ihrem “Kreuzzug gegen das Kopftuch” zahle Ates jeder Frau, die ihre Kopfbedeckung ablege, 100 Euro.

(jg)