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03/12/2018 16:32 CET

"Gelbwesten"-Krawalle: So überraschend kommentiert Pamela Anderson das Chaos

Der Kommentar des ehemaligen "Playboy"-Models ist überraschend philosophisch.

Getty Images
Pamela Anderson bei der Fashion Week in Paris. 
  • Das ehemalige Nacktmodel Pamela Anderson hat sich zu den Krawallen der “Gelbwesten”-Demonstranten in Frankreich geäußert.
  • Die US-Amerikanerin nahm überraschend die Gewalttäter von Paris in Schutz. 

Pamela Andersons große Modelkarriere ist lange vorbei, Pamela Andersons politische Karriere jedoch ist in vollem Gange. Die US-Amerikanerin ist vom Nacktmodel zur Aktivistin geworden. 

Andersons ist vor allem für ihr Engagement für die umstrittene Tierschutzorganisation PETA bekannt. Weniger öffentliche Aufmerksamkeit bekamen jedoch die politischen Aufrufe der “Playboy”-Ikone in Frankreich. 

Im vergangenen Jahr rief Anderson die Franzosen so etwa zur Wahl des Linkspopulisten Jean-Luc Mélenchon auf. Gebracht hat es nichts, gewählt wurde Emmanuel Macron. 

Nun, kaum eineinhalb Jahre später, erlebt der Präsident die größte Krise seiner Amtszeit. Die “Gelbwesten”-Proteste gegen Macrons liberale Reformpolitik und die mit den Demonstrationen einhergehenden Krawalle erschüttern Frankreich.

Zwei Menschen starben, Dutzende wurden verletzt oder festgenommen. 

Auch Anderson hat sich nun zu den Gewaltausbrüchen auf den Straßen von Paris geäußert – und das mit einer überraschenden Aussage. 

Anderson verteidigt gewalttätige “Gelbwesten”-Demonstranten

Anderson teilte einen Artikel der französischen Tageszeitung “Le Monde” auf Twitter, in dem anonyme Beamte und Regierungsmitarbeiter aus Frankreichs Regionen die Macron-Regierung als “arrogant” und “von den französischen Bürgern entfremdet” bezeichnen.  

Das Model kommentierte den Artikel dann in vier weiteren Tweets. 

“Ich hasse Gewalt”, schrieb Anderson. Dann nahm sie jedoch die Krawallmacher unter den “Gelbwesten” in Schutz. Anderson schrieb:  

“Aber was ist diese Gewalt all dieser Menschen und was sind brennende Luxusautos im Vergleich mit der strukturellen Gewalt der französischen – und globalen – Eliten?”  

Anderson stellt Theorie über Hintergründe der “Gelbwesten”-Proteste auf

Die Menschen dürften sich nicht von den “brennenden Bildern” ablenken lassen, schrieb Anderson. Vielmehr sollten sie sich die Frage stellen: Wie konnte es zu diesen Ausschreitungen kommen? 

Anderson antwortet selbst: 

“Sie entstanden aus der wachsenden Spannung zwischen der städtischen Elite und der armen Landbevölkerung, zwischen einer Politik, für die Macron steht, und den 99 Prozent, die genug von der Ungleichheit haben, nicht nur in Frankreich, sondern in der gesamten Welt.”

Anderson sieht die Gewalt in Frankreich also als Ausbruch des Unmuts gegenüber einem System, das ihrer Meinung nach Ungleichheit im Land fördert. 

Dennoch versucht das Model in ihrem letzten Tweet zu den “Gelbwesten”-Krawallen zu beschwichtigen. Anderson stellt die Frage, ob ziviler Ungehorsam konstruktiv sein könne. 

“Was kommt am Tag danach?”, schreibt sie. “Können die Progressiven in Frankreich und der Welt diese Energie nutzen, sodass wir statt Gewalt Bilder der Konstruktion von gleichen und egalitären Gesellschaften sehen?” 

(ll)