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04/07/2018 17:05 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 09:19 CEST

“Geht länger zur Schule”: Das hat Claudia Neumann den Hetzern zu sagen

"Manche Menschen scheinen nicht akzeptieren zu wollen, dass ihnen das Altbekannte abhandenkommt.”

  • Die ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird nach Fußballspielen häufig beschimpft und beleidigt.
  • In einem Interview hat sie nun berichtet, was sie von ihren Hatern denkt. 
  • Oben im Video: Hass gegen WM-Kommentatorin Claudia Neumann – das ZDF reagiert falsch.

Kritik, Sexismus und persönliche Beleidigungen: All das bekommt die 54-jährige Claudia Neumann im Internet regelmäßig zu spüren.

Für das ZDF kommentiert sie als erste Frau die Fußballweltmeisterschaft in Russland und wird während und nach den Spielen angefeindet. 

In einem Interview mit der “Zeit” hat sich Neumann nun zu den sexistischen Ausfällen geäußert. 

► Sie sieht den Grund für die Anfeindungen nicht darin, dass sie eine Frau ist. Sondern darin, dass viele Fußballfans Angst vor Veränderungen haben.

Sie sagt:

“Ob es weibliche Kommentatoren sind oder homosexuelle Spieler, Fußballer mit Migrationshintergrund – manche Menschen scheinen nicht akzeptieren zu wollen, dass ihnen das Altbekannte abhandenkommt.”

Seit 1991 kommentiert die 54-Jährige Fußballspiele. Und sie weiß: Jegliches Anderssein gehe gewissen Menschen gegen den Strich.

Mehr zum Thema: Hetze gegen Claudia Neumann – das Problem ist nicht der Fußball

“Ihnen fehlt anscheinend die Fantasie, sich auszumalen, welche Chance es für die Gesellschaft bedeuten könnte, dass Frauen Fußballspiele kommentieren”, sagt Neumann der “Zeit”.

► Als Feministin sieht sich die Fußball-Expertin allerdings nicht. 

Deutliche Botschaft an ihre Hater

Die Anfeindungen gegen Claudia Neumann gehen sogar so weit, dass das ZDF Strafanzeige gegen zwei Internetnutzer gestellt hat.

Sie hatten sich in sozialen Netzwerken beleidigend gegenüber Neumann geäußert und öffentlich zu Straftaten aufgefordert. 

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Für solche Menschen hat die 54-Jährige eine deutliche Botschaft: 

“Geht länger zur Schule. Bildet euch weiter, erweitert euren Bewusstseinshorizont, dann lernt man auch andere Haltungen zu tolerieren.”

Neumann wisse, dass die Kritik nicht direkt an sie als Person gerichtet sei. Sondern an die Frauen, die denken, sie könnten in “exponierten Positionen im Fußball aufzutauchen”.

Anfeindungen und die Art von Kommunikation, die derzeit in sozialen Netzwerken zu finden sind, seien für sie einfach nur “grauenvoll”. 

► Doch Claudia Neumann lässt sich von denHatern nicht unterkriegen. Ganz im Gegenteil: Sie hat durch die fiesen Kommentare etwas gelernt.

Sie sagt: 

“Ich überlege mir nun zweimal, mit welchen Worten und mit welcher Wucht ich einen Spieler oder Trainer oder Manager kritisiere, weil ich nun weiß, wie tief das gehen kann. Vor allem dann, wenn es nicht gerechtfertigt ist.