ELTERN
24/04/2018 17:18 CEST

Kates Geburt: Der Unterschied zwischen Deutschland und Großbritanien

Kurze Klinikaufenthalte gehören im Vereinten Königreich zum Alltag.

Chris Jackson via Getty Images
Herzogin Kate und ihr Nachwuchs sieben Stunden nach der Geburt.
  • Sieben Stunden nach der Geburt ihres dritten Kindes hat Herzogin Kate bereits das Krankenhaus verlassen
  • Im Vereinten Königreich bleiben Frauen durchschnittlich 2,5 Tage nach der Entbindung in der Klinik

Strahlend steht Herzogin Kate vor dem St. Mary’s Hospital in London. Die 36-Jährige trägt ein rotes Kleid mit weißem Spitzenkragen. In ihren Armen hält sie fest an sich gedrückt ihren kleinen Prinzen.

Eingewickelt in einer weißen Spitzendecke, mit einer ebenfalls weißen Strickmütze bedeckt, lässt sich das jüngste Mitglied der Royals von seiner Mutter wiegen. 

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Friedlich schlummert das jüngste Familienmitglied, obwohl es nur sieben Stunden zuvor zur Welt kam.

Kurze Klinikaufenthalte gehören zum Alltag der Briten

Viele Deutsche wundern sich womöglich über den kurzen Klinikaufenthalt – denn in der Bundesrepublik selbst verbringen Frauen nach der Geburt durchschnittlich vier Tage in der Klinik, wie eine Statistik aus dem Jahr 2015 zeigt. 

Dass die Herzogin nur wenige Stunden nach der Geburt wieder in den Kensington-Palace zurückkehrte, ist jedoch kein Vorzug des Königshauses. 

Im Vereinten Königreich gehören kurze Klinikaufenthalte zum Alltag der Briten.

Mütter bleiben im Schnitt nur 2,5 Tage nach der Entbindung im Krankenhaus – schwere Geburten mit eingerechnet.

In keinem anderen europäischen Mitgliedsland ist der Klinikaufenthalt von frisch gewordenen Müttern so kurz wie im Vereinten Königreich.

Weniger Geld, kürzere Klinikaufenthalte

Grund für die verkürzte Krankenhauszeit könnten die mangelnden finanziellen Mittel des staatlichen Gesundheitssystems, National Health Service (NHS), sein.

Seit Jahren beklagen sich Klinikdirektoren, Ärzte oder auch Klinikpersonal über die unzulängliche finanzielle Unterstützung. Auch die Geburtenabteilung der Krankenhäuser bleiben von den geringen Geldern nicht verschont.

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Mervi Jokinen, Hebamme seit 40 Jahren, erklärte dem Nachrichtenportal “Welt”, dass selbst nach einem Kaiserschnitt der Klinikaufenthalt von einst fünf Tagen auf etwa 48 Stunden verkürzt worden sei.

“Wenn mit Mutter und Kind alles okay ist, dann entlassen wir sie so schnell wie möglich. Die Frauen wissen das. So ist nun einmal die Praxis hierzulande.”

Herzogin Kates kurzer Klinikaufenthalt reiht sich somit in den Durchschnitt ein – doch wird dieser wohl weniger von den Problemen des NHS verschuldet worden sein.

Der kleine Prinz wurde nämlich in der Privatabteilung des Krankenhauses geboren.

(fk)