POLITIK
14/05/2018 13:23 CEST | Aktualisiert 14/05/2018 18:27 CEST

Israels Armee erschießt über 50 Palästinenser im Gaza-Streifen

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MOHAMMED ABED via Getty Images
Die Lage im Gaza-Streifen ist eskaliert.

Es ist eine Katastrophe mit Ansage: Bei den Protesten von Palästinensern im Gazastreifen ist die Lage dramatisch eskaliert. Stand Montagnachmittag hat die israelische Armee 52 Palästinenser getötet und etwa 1700 Menschen verletzt. 

Unter den Toten ist auch ein 14-jähriger Junge. Zudem wurde ein Journalist verletzt. Die Journalistin Jane Ferguson vom US-Sender PBS berichtet vor Ort. Videos auf ihrem Twitter-Kanal zeigen palästinensische Demonstranten, die Steine sammeln, um sie auf Soldaten zu werfen.

Die Soldaten der israelischen Armee schießen laut ihr mit scharfe Munition in die Menge, um die Palästinenser abzuhalten. “Ich habe noch nie so viele Menschen mit Schusswunden in kurzer Zeit in einer Einrichtung ankommen sehen”, schreibt Ferguson.

Zu den Protesten werden eine Million Menschen im Gazastreifen an der Grenze zu Israel erwartet. Die israelische Tageszeitung “Haaretz” berichtet von mehr als 35.000 Demonstranten.

Das ist der Hintergrund der Proteste:

Am Montag eröffnen die USA ihre Botschaft in Jerusalem. US-Präsident Donald Trump hatte die Verlegung von Tel Aviv im Dezember beschlossen.

Es ist ein politisch brisanter Schritt im Nahost-Konflikt. Die Palästinenser sehen im Ostteil von Jerusalem – von Israel 1967 erobert –  die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates. Ihre Kritik: Mit der Botschaftsverlegung habe Trump die Zwei-Staaten-Lösung zunichte gemacht.

Was ihr noch wissen müsst:

Seit Wochen kommt es im Gaza-Streifen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der israelischen Polizei. Die radikal-islamische Hamas ruft zu den Protesten unter dem Namen “Marsch der Rückkehr” auf.

Die israelische Armee wirft der Hamas vor, Demonstranten – darunter auch Frauen und Kinder – dazu anzustiften, den Grenzzaun zu stürmen. 

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Soldaten nutzen bei den Demonstranten stets scharfe Munition – daher kommt es zu einer hohen Zahl an Verletzten und leider auch Toten. 

Mehr zum Thema: “Krieg könnten die Menschen hier nicht verkraften”: Gaza-Gouverneur al-Frangi mahnt zu friedlicher Lösung in Palästina

(jg)