POLITIK
21/01/2018 16:55 CET | Aktualisiert 21/01/2018 17:06 CET

Gauland bietet FDP Zusammenarbeit an – und wird sofort von Kubicki abgewatscht

"Solange ich Führungsverantwortung in der Partei trage, wird es keine gemeinsamen Initiativen geben."

  • In einem Interview mit der “FAZ” hat AfD-Chef Alexander Gauland der FDP eine Zusammenarbeit angeboten

  • Mit einer klaren Ansage erteilte ihm FDP-Vize Wolfgang Kubicki unmittelbar eine Absage

Es ist ein Angebot, das sofort ausgeschlagen wurde.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland hat der FDP eine Zusammenarbeit angetragen. FDP-Vize Wolfgang Kubicki erteilte ihm jedoch umgehend eine Abfuhr.

Gauland hatte in einem gemeinsamen Interview mit Kubicki in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” gesagt: “Vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit, über die Parteigrenzen hinweg, etwa in Fragen des Rechtsstaats, gemeinsame Initiativen zu entwickeln. Da habe ich eine gewisse Hoffnung.“

“Warum Menschen die AfD wählen, wird mir ewig verschlossen bleiben”

Bei Kubicki stieß dieser Vorschlag auf keinerlei Gegenliebe.

Er sagte: “Solange ich Führungsverantwortung in der Partei trage, wird es keine gemeinsamen Initiativen geben.”

Und weiter: “Warum Menschen die AfD wählen, wird mir ewig verschlossen bleiben.”

Zwischen den Wählern der beiden Parteien gebe es kaum Überlappungen. Gauland erklärte hingegen, die FDP sei immer der Hauptkonkurrent der AfD gewesen.

Streit um Stiftung

Die Rechtspopulisten hatten zuletzt den Ärger der FDP auf sich gezogen, weil der AfD-Vorstand überlegt hatte, eine parteinahe Stiftung nach dem nationalliberalen Politiker Gustav Stresemann zu benennen.

Die FDP reagierte empört. Der stellvertretende Parteivorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki sagte der “FAZ” damals: “Es ist nicht nur makaber, sondern vor allem geschichtslos, den Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann zum Namensgeber für eine AfD-nahe Stiftung zu machen.”

Mehr zum Thema:Erste Plenarsitzungen zeigen: Die AfD stellt die Parteien vor ein Problem, mit dem die wenigsten gerechnet hatten

(ll)