POLITIK
30/11/2018 21:19 CET | Aktualisiert 30/11/2018 21:48 CET

G20-Gipfel: Über diese 3 Szenen am Freitag spricht die Welt

Auf den Punkt.

dpa / Screenshot

In der zehnjährigen Geschichte der G20-Gipfel war Kanzlerin Angela Merkel immer dabei – und immer pünktlich.

Bei Nummer 13 in Buenos Aires hatte sie Pech und verpasste fast einen ganzen Gipfeltag. Doch auch ohne Merkel kam es zu denkwürdigen Momenten.

1. Bin Salman wird warm begrüßt

Am Samstag immer wieder im Fokus: der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman. Noch immer konnte Riad nicht glaubhaft dementieren, dass MBS, wie der Prinz international genannt wird, direkt in den Mord-Komplott gegen den Journalisten Dschamal Khashoggi involviert war.

Und doch wurde der als skrupellos geltende Salman erschreckend herzlich in der Mitte der internationalen Gesellschaft begrüßt.

► Der russische Präsident Wladimir Putin ehrte ihn am Freitag bei der ersten Arbeitssitzung der Staats- und Regierungschefs führender Wirtschaftsmächte sogar mit einem kumpelhaften Handschlag und lachte laut mit dem Prinzen.

Auch US-Präsident Donald Trump tauschte nach Angaben aus dem Weißen Haus Freundlichkeiten mit dem saudischen Kronprinzen aus - “wie mit fast jedem anderen der Teilnehmer auch”.

Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat in Istanbul getötet worden. Die Tat löste eine Welle der Entrüstung aus.

Aber: Politische Konsequenzen – das zeigte sich am Auftakttag des Gipfels – resultieren daraus offenbar nicht zwangsweise. 

2. Ein ungewöhnliches Familienfoto

Auch beim G20-Familienfoto wurde Salman nett behandelt, während Merkel fehlte. Ein Novum in ihrer langen Amtszeit als Regierungschefin. 

Die Kämpferin für den Multilateralismus saß beim diplomatischen Super-Schaulauf weiter im Linienflug der spanischen Fluggesellschaft Iberia.

► So waren inmitten von vielen Männern nur zwei Frauen zu sehen: Großbritanniens Premierministerin Theresa May und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.  

Mikhail Metzel via Getty Images

Ein holpriger Start in ein bedeutendes Wochenende. 

Denn es stehen viele kritische Fragen auf der Agenda – etwa die Eskalation zwischen Russland und der Ukraine und der Handelskrieg zwischen den USA und China.

Das US-Magazin “Quartz” unkte: Am Samstag würden “zwei tyrannische Männer beim Dinner über die Zukunft der globalen Wirtschaft entscheiden”. Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping.

3. Macron macht ernst

Beim grinsenden Händeschütteln scherte einer aus.

► Der französische Präsident Emmanuel Macron schien etwa dem Saudi-Prinz Salman durchaus ernste Worte zuzuraunen.

“Sie hören mir nie zu”, wollen Twitter-Nutzer herausgehört haben. 

Bei einem Treffen mit Putin sprach der Franzose dann die internationalen Krisen in der Ukraine und in Syrien an, wie der Kreml mitteilte.

US-Präsident Donald Trump schlug derweil vor, dass Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel in dem Konflikt vermitteln sollten.

Mit Material der dpa.