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05/08/2018 20:11 CEST

Fußball-WM in Katar: Ex-Fifa Präsident Blatter erhebt Betrugsvorwürfe

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PHILIPPE DESMAZES via Getty Images
Sepp Blatter mit dem Scheich von Katar, Hamad bin Khalifa Al-Thani (links), bei der Vergabe der WM an den Wüstenstaat im Jahr 2010.

► Es sind Vorwürfe aus einer seltsamen Quelle: Der wegen Korruption suspendierte Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter wirft dem Land Katar vor, sich die Fußball-WM 2022 auf korrupte Weise erschlichen zu haben. 

► Wie die britische Zeitung “The Sunday Times” unter Berufung Blatters Buch “Meine Wahrheit” berichtet, wirft Blatter dem heutigen UEFA-Chef Michel Platini vor, sich politischem Druck aus Katar gebeugt zu haben.

► Katars Emir Hamad bin Khalifa Al-Thani habe den damaligen Fifa-Funktionär 2010 bei einem Essen mit Frankreichs damaligen Präsident Nicolas Sarcozy dazu gedrängt, doch noch für Katar zu stimmen.  

Warum Blatters Vorwürfe brisant sind: 

Sepp Blatter war als Fifa-Chef maßgeblich an der Entscheidung, Katar die WM 2022 zuzusprechen, beteiligt.

In “Meine Wahrheit” schreibt er laut der “Times” nun, dass vor der Entscheidung niemand bei der Fifa den Länderreport Katars gelesen habe: “Hätten wir das getan, dann hätten wir erkannt, dass die Weltmeisterschaft nicht in Katar stattfinden kann.” 

Stattdessen habe sich Platini bei seinem Lunch mit Al-Thani und Sarcozy überreden lassen. Wohl auch, weil Frankreich von der Vergabe an Katar profitiert habe. 

Blatter deutet laut der “Times” in “Meine Wahrheit” an, dass der Kauf Katars von französischen Flugzeugen und die Übernahme des Hauptstadtclubs Paris Saint-German durch das Land ein Teil des WM-Deals seien.