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17/08/2018 16:23 CEST | Aktualisiert 17/08/2018 16:28 CEST

Für eine Tasse Kaffee werden 140 Liter gebraucht – du kannst das ändern

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen

Neil Hall / Reuters
Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen  – sie trinken es mehr als Wasser.

Die Deutschen lieben Kaffee mehr als alles andere. Nein, das ist nicht nur so ein Gefühl, es ist tatsächlich wahr: Rund 760 Tassen Kaffee trinkt jeder Deutsche im Jahr. Das sind 162 Liter und damit mehr als Mineralwasser (153 Liter) und Bier (118 Liter).

Doch leider hat das Lieblingsgetränk der Deutschen einen Haken: Vom Anbau über Produktion bis zur Zubereitung leidet die Umwelt. Die gute Nachricht: Jeder von uns hat die Möglichkeit, seinen Kaffeekonsum zumindest ein wenig umweltfreundlicher zu gestalten – man muss nur wissen wie. Die folgenden Antworten helfen dir dabei.

Anbau und Waschung – welchen Kaffee trinkst du?

Die besten Anbaubedingungen liegen nicht in einem Land oder auf einem Kontinent, sondern rund um den Globus: Von Brasilien über Äthiopien bis nach Indonesien – immer entlang des Äquators, dem sogenannten Kaffeegürtel.

Das Paradoxe daran ist: In den Regionen gibt es oft wenig Wasser. Für den Anbau und vor allem die Waschung der Bohnen wird jedoch enorm viel Wasser verbraucht.

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So kommt es, dass einem Becher Kaffee bis zu 140 Liter (virtuelles) Wasser stecken. 

Kaffeebohnen können nach der Ernte auf drei Wegen aufbereitet werden:

  • „natural“ (sonnengetrocknet)
  • „semi-washed“ (halb gewaschen)
  • „washed“ (gewaschen)

Wie die Bohnen getrocknet werden, hat Einfluss auf den Geschmack des Kaffees.

Die Faustregel ist: „Natural“ ist die natürlichste und umweltfreundlichste Aufbereitung, wohingegen „washed“ am meisten Wasser verbraucht. Wie die Bohne aufbereitet wurde, steht meistens auf der Packung.

mammuth via Getty Images
French-Press-Kaffee ist einer der umweltfreundlicheren Alternativen zu Kapsel-Espresso & Co.

Noch ein Tipp: Das Label „Fairtrade“ sorgt dafür, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kaffeebauernfamilien und ihren Arbeitern verbessert werden und der Umweltschutz gefördert wird. Auch Kaffee aus „Direkthandel“ ist meist eine gute Wahl. Es bedeutet in der Regel, dass die Bauern besser bezahlt wurden, als das bei konventionellen Handel der Fall ist.

Kaffeekapseln und Co. – wie machst du dir deinen Kaffee?

Filterkaffee ist die beliebteste Zubereitungsform, aber bei leider nicht die umweltfreundlichste. Fast zwei Drittel aller Kaffeetrinker besitzen eine Filterkaffeemaschine, danach folgt die Zubereitung mit Pads und Kaffeekapseln (noch schlimmer).  

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Auf den hinteren Plätzen, jedoch deutlich umweltfreundlicher, sind Espressokocher, French Press und die Karlsbader Kanne. Dabei fällt überhaupt kein Müll an und der Aufwand bei der Zubereitung ist nur minimal höher – probier’s doch mal aus!

Mehrweg vs. Einweg – woraus trinkst du?


Es hat sich bereits rumgesprochen: Einwegplastik ist Gift für die Umwelt. Dazu gehören meist auch Kaffeebecher. Es gibt verschiedene Hochrechnungen und Schlussfolgerungen, wie groß das Problem der zahlreichen Kaffeebecher ist, die man an jeder Straßenecke in und neben den Mülleimern findet. Fakt ist jedoch: Ein Mehrwegbecher ist die bessere Wahl. Die gibt es mittlerweile in allen möglichen Farben und Formen, aus Bambus, Glas und Edelstahl. Hier gibt es eine kleine Auswahl.

Dieser Beitrag stammt von Global Citizen und wurde dort zuerst veröffentlicht. Global Citizen ist eine globale Bewegung junger, engagierter Menschen, die die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen. Mehr erfahren könnt ihr auf www.globalcitizen.org/deaktiv werden und euch für eine bessere Welt für alle stark machen.