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04/05/2018 16:46 CEST | Aktualisiert 04/05/2018 16:46 CEST

Fünf Gründe warum es an der Zeit ist die Weltgesundheitsorganisation zu schließen

Hoch ansteckende und schwer zu heilende Krankheiten wie Ebola, AIDS oder neue Grippearten sind ein Albtraum für Gesundheitsexperten weltweit. Solche Viren kennen keine Grenzen und daher ist globale Koordination fundamental wichtig um diese größte Bedrohung der Menschheit erfolgreich zu bekämpfen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fing 1948 als kleiner Arm der Vereinten Nationen an und ist seitdem zu einem bürokratischen Wasserkopf mit multi Milliarden Budget herangewachsen, der sich nicht mehr auf seine Kernaufgabe konzentiert. Schlagzeilen macht die WHO heutzutage meistens mit Skandalen um Luxusreisen, Verflechtungen mit Diktatoren, Intransparenz und dem Versagen bei der Erfüllung seiner Kernaufgabe. Deutschland zahlt über direkte und indirekte Zuwendungen weit über 100 Millionen Euro pro Jahr an die WHO. Der genaue Betrag ist aufgrund mangelnder Transparenz und verschiedenster Geber- und Nehmertöpfe nur schwer zu ermitteln.

Hier sind fünf Gründe warum dieses Geld woanders besser investiert wäre:

1) Langsamer als die Nachrichten

Eines der deutlichsten und traurigsten Beispiele wie die WHO ihren Fokus verloren hat konnte in der Ebola Krise von 2014 gesehen werden. Während die ersten Ebolafälle bereits Ende 2013 im westafrikanischen Guinea auftraten, erklärte die damalige Generaldirektorin der WHO Margaret Chen erst im August 2014 einen internationalen Notstand. Zu diesem Zeitpunkt konnte man weltweit schon seit zwei Monaten fast stündlich auf CNN oder BBC die Ausbreitung des Virus verfolgen.

Obwohl interne Dokumente zeigen, dass die WHO schon früh über den Ebola Ausbruch wusste, hatte ihre Führung andere Prioritäten. Anstelle die nötigen Gegenmaßnahmen in den betroffenen Staaten einzuleiten, wollte die WHO die hiesigen Diktatoren nicht erzürnen und konzentrierte sich auf ideologische Kampagnen zu nicht übertragbaren Krankheiten in diesen Ländern.

In dem selben Jahr veröffentlichte die WHO einen Report zur effektiven Tabakbekämpfung in Guinea und anstelle sich dem Thema Ebola zu widmen ging es um Frauen, die in der Tabakindustrie arbeiten. Die WHO sah ein großes Problem darin, dass junge Frauen von Tabakfirmen angestellt werden und dann Zigaretten in Clubs bewerben.

Erstaunlich ist es schon, dass die WHO ein größeres Problem in der Beschäftigung von Frauen in Entwicklungsländern hat als mit der Bekämpfung eines Virus der die Menschheit vernichten kann.

Drei Monate nachdem Margaret Chan und ihre Organisation endlich mit voller Kraft gegen Ebola vorging, sprach sie auf der sechsten Konferez des WHO Tabakrahmenübereinkommens in Moskau und erklärte den Kampf gegen das Rauchen als wichtigste Priorität der WHO. Chan liess in ihrer Rede bequem die massiven Defizite der WHO in der Ebolakrise einfach aus. In derselben Ansprache zeigte Chan außerdem, dass sie sich nicht für schadensmindernde Innovationen wie elektronische Zigaretten interessiert. Sie stellte sich deutlich gegen diese neuen Produkte und unterstreicht, dass die WHO im Bereich Nikotinkonsum nicht an Schadensminderung denkt.

2) Getäuschte Offenheit hinter verschlossenen Türen

Zwei Jahre später auf der siebten Konferenz in Delhi durften sich eine handvoll ausgewählter Beobachter davon ein Bild machen wie mit Steuergeldern finanzierte Delegationen aus Deutschland, Großbritannien und Kanada der iranischen Delegation für ihren beherzten Kampf gegen Tabakkonsum applaudieren. Im Plenum wurde tatsächlich weltfremd diskutiert wie man eine bessere Tabakstrategie im vom Bürgerkrieg zerrütteten Syrien umsetzen könne. Für Beobachter wie mich war es leider nicht möglich zu sehen, was an den nächsten Tagen besprochen wurde. Die Delegierten stimmten nämlich am ersten Tag für ein “offenes Plenum” was in WHO Terminologie heißt, dass Presse und Beobachter den Raum verlassen müssen.

3) Walzer mit Diktatoren

Die Nähe zu Schurkenstaaten auf der Delhi Konferenz war jedoch kein Einzelfall. Der kürzlich gewählte Generaldirektor der WHO Tedros Adhanom ernannte kurz nach seiner Wahl Zimbabwes Langzeitdespoten Robert Mugabe zum Sonderbotschafter der WHO. Zum Glück wurde diese Entscheidung nach massiver öffentlicher Kritik schnell wieder Rückgängig gemacht.

4) Über den Wolken müssen Reisekosten grenzenlos sein

Letztes Jahr berichtete die Washington Post, dass die WHO jährlich über 160 Millionen Euro für Reisekosten ausgibt. Das sind circa 25.000 Euro pro Mitarbeiter und entspricht dem pro Kopf Einkommen von Spanien oder Italien und ist viermal so viel wie die vergleichbare Organisation UNICEF pro Mitarbeiter ausgibt.

5) Luxusreisen im Namen der Volksgesundheit

Im April flog die WHO ihre afrikanischen Delegationen auf die Seychellen um an einem Workshop im traumhaften Coral Strand Hotel teilzunehmen. Die “Eindämmung des Tabakgebrauchs” auf den Seychellen war offenbar Grund genug um Bürokraten aus den verschiedensten afrikanischen Ländern in das Urlaubsparadies im indischen Ozean zu fliegen.

Es ist dringend notwendig, dass sich die WHO wieder auf ihre Kernaufgabe konzentriert: die Bekämpfung internationaler Epidemien. Westliche Demokratien sind mit Abstand die größten Beitragszahler der WHO aber haben nur einen untergeordneten Einfluß und Einblick in die Machenschaften der in Genf ansässigen Organisation. Steuerzahler in Deutschland, Großbritannien, den USA oder Kanada haben Anspruch auf mehr Transparenz und Rechenschaft innerhalb der WHO.

Solange Schurkenstaaten und korrupte Diktatoren die immens wichtige Aufgabe der internationalen Epidemiebekämpfung dominieren, könnte es an der Zeit sein der WHO die Finanzierung zu entziehen. Die wichtigen Kernaufgaben wie Krisenmanagement könnten auch von einer transparenteren und effektiveren Organisation, wie zum Beispiel der Weltbank oder einer neu zu gründenden Organisation aufgefangen werden. Ein funktionierende Eingreiftruppe, die schnell auf Epidemien reagiert, ist zu wichtig um sie in den Händen der derzeitigen WHO zu lassen.