POLITIK
09/06/2018 12:19 CEST | Aktualisiert 09/06/2018 12:31 CEST

Führung der Linkspartei streitet weiter – diese Umfrage erhöht den Druck

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dpa
Die Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dietmar Barsch und Sahra Wagenknecht, und die Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping (von links nach rechts).

Die Linke wählt am Samstag beim Parteitag in Leipzig ihren Vorstand neu. Die aktuellen Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger treten erneut an – ohne Gegenkandidaten. 

Überschattet wird der Parteitag allerdings vom Streit über die künftige Richtung: Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht wirbt weiter für eine linke Sammelbewegung. 

Eine Umfrage stärkt ihre Position: Laut der Befragung des Instituts Insa im Auftrag der “Bild” kann sich jeder vierte Deutsche vorstellen, bei Wahlen eine “Liste Sahra Wagenknecht” zu wählen.

Darum ist die Umfrage wichtig:

Mit ihrem Ruf nach einer parteiübergreifenden Sammelbewegung droht Wagenknecht, die Linkspartei zu spalten. Seit Monaten tobt ein Richtungskampf zwischen ihr und den Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger. Beide treten für offene Grenzen ein, was Wagenknecht als “weltfremd” kritisiert. 

Die Delegierten auf dem Parteitag stimmten mit großer Mehrheit für den Leitantrag des Bundesvorstands, der offene Grenzen für Flüchtlinge fordert. 

Die Insa-Umfrage bestätigt, dass Wagenknecht mit ihrer Bewegung allerdings auf ein größeres Wählerpotential hoffen kann. Die Linke liegt derzeit bei etwa 11,5 Prozent laut einer aktuellen Insa-Befragung.

Was ihr über den Parteitag wissen müsst:

Kipping rief ihre Partei in Leipzig zur Versöhnung auf: “Hier muss sich niemand für oder gegen eine Seite entscheiden. Denn wir sind alle Teil der Linken – und das ist gut so.”

Sie betonte auch: Die Grenzen in der Gesellschaft verliefen nicht zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen, sondern zwischen unten und oben und zwischen den Klassen. 

In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung “Die Zeit” hatte Wagenknecht kürzlich noch mit dem Dramaturgen Bernd Stegemann für eine Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und wirtschaftlichen Migranten, die Konkurrenten “um die knappen Ressourcen am unteren Ende der Gesellschaft” seien, plädiert. 

Mit Material der dpa.

(ks)