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11/04/2018 16:16 CEST | Aktualisiert 11/04/2018 18:51 CEST

Frühjahrsputz: 7 Alltagsdinge putzen viele nicht – mit gravierenden Folgen

Leicht zu übersehende Stellen in eurem Haus und alltägliche Gegenstände sind ein Paradies für Bakterien.

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Die National Science Foundation (NSF) hat die verkeimtesten Orte in einem Haushalt aufgelistet.
  • Wissenschaftler haben in Studien herausgefunden, dass Alltagsgegenstände mit Bakterien und Pilzen kontaminiert sind
  • Aber: Sogar putzwütige Menschen übersehen oft, auch Gegenstände wie Lichtschalter oder Brieftaschen zu reinigen

Wenn ihr euch am alljährlichen Frühjahrsputz beteiligen wollt, dann habt ihr wahrscheinlich schon eine To-Do-Liste erstellt. Ihr wollt den Schrank säubern, die Toilette schrubben und die Küchenschwämme ersetzen.

► Aber wann habt ihr das letzte Mal daran gedacht, eure Lichtschalter zu reinigen?

Es gibt einige Studien, die darauf hinweisen, dass leicht zu übersehende Stellen in eurem Haus und auf alltäglichen Gegenständen (unter anderem die Brieftasche, die ihr seit zehn Jahren benutzt) ein Paradies für Bakterien und Pilze sind.

► Wir sind von einer Vielzahl von Bakterien und Viren umgeben, und es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle davon krank machen.

Aber wenn ihr verkeimte Stellen reinigen wollt, die ihr vorher vergessen habt, dann solltet ihr auch diese sieben Dinge unter die Lupe nehmen:

1. Euer Geschirrspüler

Der Geschirrspüler spült das Geschirr, aber wer spült den Geschirrspüler?

Man könnte meinen, dass die hohen Temperaturen und gründlichen Arbeitsgänge des Geräts ausreichen, um die Geschirrspülmaschine selbst gründlich zu reinigen. Aber eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass die “extreme Umgebung” das “mikrobielle Überleben” vielmehr unterstützt.

Forscher der Universität Kopenhagen in Dänemark, der Universität Ljubljana in Slowenien und der Universität Gent in Belgien fanden verschiedene Bakterien und Pilze, nachdem sie die Gummidichtungen von 24 Geschirrspülern untersucht hatten.

Das Alter des Geschirrspülers, seine frühere Verwendung und die Härte des Leitungswassers waren Faktoren, die die Anzahl der Keime in den den einzelnen Geräte beeinflussten.

In einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehender NBC sagte Philip Tierno, Professor für Pathologie an der New York University, dass die Ergebnisse der Forscher nicht überraschend seien. Jedoch könne euer Körper normalerweise mit den Organismen, die in der Spülmaschine gefunden werden, fertig werden.

► Reinigungstipp: Tierno empfiehlt die Verwendung einer zehnprozentigen Bleichlösung, um den Boden, die Seiten und den Bereich um die Dichtung zu reinigen.

Mehr zum Thema: Viele vergessen beim Duschen ein kleines Körperteil – das hat gravierende Folgen

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Da es in der Regel schwierig ist, das Innere dieser Spielzeuge zu reinigen, kann es sinnvoll sein, sie auszutauschen.

2. Das Badespielzeug eurer Kinder

In einer in diesem Monat veröffentlichten Studie untersuchte ein Forscherteam in den USA und der Schweiz 19 Badespielzeuge “unter realen Bedingungen”. Forscher fanden in 58 Prozent der Spielzeuge Pilze und Bakterien.

Zwischen 5 Millionen und 75 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter tummeln sich laut der Studie auf den ausgewerteten Plastikflächen.

► Reinigungstipp: Da es in der Regel schwierig ist, das Innere dieser Spielzeuge zu reinigen, kann es sinnvoll sein, sie auszutauschen.

Wenn euer Kind sein Spielzeug nicht hergeben möchte, gibt es auch andere Wege: Ihr solltet als Erstes das Spielzeug so schnell wie möglich nach dem Baden abtrocknen, um grobe Ablagerungen zu verhindern, wie Kristy Miller von der amerikanischen Umweltschutzbehörde im Interview mit dem Magazin “Real Simple” vorschlägt.

Das Spielzeug sollte dann an einem trockenen Ort außerhalb des Badezimmers aufbewahrt werden. Außerdem gibt es auch für Spielzeuge spezielle Reinigungsmittel.

Mehr zum Thema: Badeente: Wie gefährlich ihr Inneres auch für Kinder ist, zeigen Forscher

3. Euer Zahnbürstenhalter

Die meisten Menschen denken zwar daran, ihre Zahnbürste regelmäßig zu wechseln – die zahnärztliche Vereinigung American Dental Association empfiehlt das alle drei bis vier Monate – aber vergessen dabei schnell, auch den Halter der Bürste zu reinigen.

Die National Science Foundation (NSF), eine unabhängige Behörde für Gesundheitsstandards der Regierung der Vereinigten Staaten, führte eine Studie durch, in der sie die verkeimtesten Orte in einem Haushalt auflistete. 

Forscher der Organisation nahmen 2011 bei 22 Familien Abstriche von 30 Gegenständen in ihren Häusern. Dann untersuchten sie die Abstriche auf Bakterien wie Escherichia coli, die Infektionen auslösen können

Sie fanden die Keime auf mehr als einem Viertel der Zahnbürstenhalter.

► Reinigungstipp: Welchen Reiniger ihr auch immer verwendet, eine kleine Borstenbürste kann beim Putzen der einzelnen Schlitze helfen. Vergesst nicht, auch die Außenseite abzuwischen.

4. Lampe und Lichtschalter

Forscher der University of Houston, der Purdue University und der University of South Carolina entnahmen 2012 Proben aus Hotelzimmern in drei Bundesstaaten.

Das Ergebnis: Die Toilette und das Waschbecken waren hochgradig bakteriell verunreinigt, aber es fand sich auch eine hohe Anzahl von Bakterien auf der Fernbedienung des Fernsehers und – ja – dem Schalter für die Nachttischlampe.

Harte Oberflächen, die viele Menschen berühren, sind ideal für Mikroben, erklärte Kelly Reynolds, Professor für Umweltgesundheit an der University of Arizona, in einem Interview mit dem “Time Magazine”

Eure eigenen Licht- und Lampenschalter könnten also auch einmal mit einem Putzlappen Bekanntschaft schließen.

► Reinigungstipp: Die Kolumnistin Heloise empfiehlt, ein Mikrofasertuch zur Reinigung von groben Fingerabdrücken zu verwenden. Ihr könnt den Schalter auch einfach kurz abbauen, um ihn besser putzen zu können.

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Das Handy sollte regelmäßig desinfiziert werden.

5. Euer Handy

Das Smartphone, das ihr jeden Tag an euer Gesicht haltet, braucht wahrscheinlich auch eine gute Reinigung.

In einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie haben Forscher in Estland die Handys von Studenten untersucht und eine hohe Kontamination mit potenziell pathogenen Bakterien festgestellt.

Schon 2012 warnten Forscher an der University of Arizona, dass auf Handys “zehn Mal mehr Bakterien als auf den meisten Toilettensitzen” zu finden seien. Ein Jahr zuvor untersuchte Neurochirurg Sanjay Gupta das Handy des CNN-Moderators Anderson auf Bakterien und fand fäkale Streptokokken.

► Reinigungstipp: Wie in einem Artikel der amerikanischen HuffPost im Jahr 2016 ausgeführt, könnt ihr euer Smartphone einige Male am Tag desinfizieren und das Gehäuse ab und zu entfernen, damit sich keine Ablagerungen bilden können.

Das “Time Magazine” empfiehlt außerdem, das Handy mit einem weichen Mikrofasertuch abzuwischen. Außerdem solltet ihr euch regelmäßig die Hände waschen und das Gerät vom Bad fern halten.  

Mehr zum Thema: Das passiert deinem Körper, wenn du dein Handy nachts neben dir liegen lässt

6. Eure Brieftasche

Selbst wenn ihr nur Kreditkarten als Zahlungsmittel benutzt, hat euer Geldbeutel vermutlich schon einige Male Geldscheine gesehen. Und diese Scheine sind ziemlich dreckig.

Forscher der Southern Connecticut State University fanden in einer Studie die oben schon erwähnten Escherichia coli sowie Pilze auf Geldscheinen aus dem Portemonnaie.

Ein Team aus Wissenschaftlern vom Wright Patterson Medical Center in Dayton, Ohio, untersuchte 68 Geldscheine und entdeckte auf 59 von ihnen Bakterien, die eine Infektion bei Menschen mit einer Abwehrschwäche verursachen könnten.

Diese Geldscheine können natürlich auch die Karten und Gegenstände in eurer Brieftasche kontaminieren.

► Reinigungstipp: Überprüft das Material eurer Brieftasche. Leder, ein bei Geldbeuteln beliebtes Material, sollte nicht mit aggressiven Produkten gereinigt werden. Es gibt jedoch Lederseifen und spezielle Reinigungsprodukte.

7. Yogamatte und Fitnessgeräte

Die Yogamatte, die ihr ins Fitnessstudio schleppt, ist wahrscheinlich ein Zufluchtsort für Bakterien.

Eine Yogamatte ist ein perfekter Brutkasten für viele unserer Hautinfektionen”, sagt Robert Lahita, Professor an der Medizinischen Fakultät der Rutgers Universität, gegenüber dem Magazin “Elle”.

Wenn ihr eure eigene Matte statt einer aus dem Fitnessstudio verwendet, habt ihr schon einmal einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Aber das sollte euch nicht davon abhalten, eure Matte regelmäßig zu reinigen.

Es ist keine schlechte Idee, eure Matte – und vielleicht auch andere Fitnessgeräte – zu desinfizieren, nachdem ihr besonders viel schwitzen musstet.

► Reinigungstipp: Lahita empfiehlt, “ein Lysol-Spray oder ein mit Wasser verdünntes Bleichmittel” zu verwenden, um die Matten zu reinigen und sie danach gründlich zu trocknen.

Dieser Artikel ist zuerst in der HuffPost Australien erschienen und wurde von Lisa Mayerhofer aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet. 

(cho)