POLITIK
16/04/2018 12:02 CEST | Aktualisiert 16/04/2018 12:09 CEST

Neue Zahlen zum Frauenanteil in der Bundesregierung sind beschämend

Top-News To Go.

dpa
Merkels Kabinett im Bundestag

► Der Anteil an Frauen in Top-Posten der Bundesregierung ist im Vergleich zur vergangenen Legislaturperiode kaum gewachsen.

Anfang 2014 waren rund 26 Prozent der Bundesminister, Staatsminister, Staatssekretäre und Abteilungsleiter Frauen – vier Jahre später sind rund 29 Prozent weiblich. 

► Rechnet man das Kanzleramt hinzu, ergibt sich – ohne die Bundeskanzlerin – ein Verhältnis von 144 Männern zu 50 Frauen für das Jahr 2014. In der neuen Bundesregierung sind es demnach bisher 139 Männer und 57 Frauen.

Darum sind die Zahlen zum Frauenanteil in der Regierung wichtig:

Die Bundesregierung bekenne sich zu ihrem Ziel, “Frauen und Männer bis zum Jahr 2025 gleichberechtigt an Führungspositionen in der Bundesverwaltung zu beteiligen”, schrieb das Familienministerium.

Dafür müsse der Anteil aber schneller zunehmen als bisher. Die Bundesregierung befinde sich laut eigener Aussage “auf einem guten Weg”, sei aber “noch lange nicht am Ziel”.

Was ihr sonst noch wissen müsst:

“Wenn die jetzige Bundesregierung verzweifelt zusichert, man befinde sich auf einem guten Weg, dann ist das eine gleichstellungspolitische Bankrotterklärung”, sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

“Die Bundesregierung steht bei der Gleichstellung von Frauen in den eigenen Reihen praktisch auf der Standspur.” Wenn Gleichstellung bei den Staatssekretärinnen im jetzigen Tempo vorankäme, wäre das Ziel in Jahrzehnten noch nicht erreicht, betonte die Grünen-Politikerin.

Die Zahlen gehen aus Antworten der Bundesregierung auf Anfragen der Grünen im Bundestag hervor, die der dpa vorliegen. Vereinzelt waren Posten zum Stichtag 29. März noch nicht besetzt.

Mit Material von dpa.

(mf)