LIFESTYLE
01/02/2018 12:17 CET

Frau will Pfau mit in den Flieger nehmen – mit einer schwachen Begründung

“Ich habe sechs Stunden lang vergeblich versucht, in den Flieger nach Los Angeles zu kommen, obwohl ich alle Regeln eingehalten habe.”

  • Eine Frau beschwerte sich auf Instagram, weil sie ihren Pfau nicht zur “emotionalen Unterstützung” in den Flieger mitnehmen durfte
  • Sie ist nicht die Einzige, die mit einem außergewöhnlichen Haustier an Board einer Passagiermaschine möchte

Die Nachricht klingt kurios, wird aber in den USA langsam zur Normalität: Eine Frau hat vergangenen Samstag versucht, am Flughafen Newark bei New York einen Pfau mit in den Flieger nach Los Angeles nehmen.

► Die Künstlerin Ventiko hatte für den Pfau, den sie “Dexter” getauft hat, einen Sitzplatz reserviert und ihn als “emotional unterstützende Begleitung” angemeldet. 

Tiere dürfen als ESA mit in ins Flugzeug

Denn in den USA ist es erlaubt, dass man als Passagier ohne Extrakosten ein “emotional support animal” (kurz: ESA; auf deutsch: Tier für die emotionale Unterstützung) mit in ein Passagierflugzeug nehmen darf, wenn man eine ärztliche Bestätigung vorweisen kann. 

► Eine solche Bescheinigung hatte Dexters Besitzerin offenbar, doch die Fluggesellschaft verweigerte dem Tier trotzdem den Zutritt.

“Ich habe sechs Stunden lang vergeblich versucht, in den Flieger nach Los Angeles zu kommen, obwohl ich alle Regeln eingehalten habe”, schreibt Ventiko auf dem Instagram-Account, den sie für Dexter eingerichtet hat. 

► Der Post sorgte für großes Aufsehen.

Der Pfau sei zu groß und schwer

Die Fluggesellschaft United Airlines verteidigte die Entscheidung: Der Pfau sei zu groß und schwer und verstoße deshalb gegen die Sicherheitsbestimmungen.

Sprecherin Andrea Hiller sagte gegenüber “USA Today”, dass der Besitzerin drei Mal mitgeteilt worden sei, dass sie gegen die Richtlinien verstoße, bevor sie am Flughafen angekommen sei.

Denn auch wenn ESAs grundsätzlich ihre Besitzer an Bord eines Flugzeuges begleiten dürfen, sollten diese trotzdem gewisse Regeln einhalten. Dazu gehört, dass die Tiere die Sicherheit der anderen Fluggäste nicht gefährden sollen, aber auch eine bestimmte Größe und Gewicht nicht überschreiten dürfen.

► Und ein stolzer Pfau wie “Dexter” passt eben nicht gut in einen Sitz der Economy Class.

► Das könnte Ventiko auch bewusst gewesen sein – und die Aktion vielmehr als Marketing-Gag durchgezogen haben. 

Mehr zum Thema: Ein Pilot leitete einen Flug um, damit er einen Hund vor dem Erfrieren retten konnte

Schwein und Truthahn als Passagiere

Immerhin haben die ESA-Bestimmungen in den vergangenen Jahren zu seltsamen Auswüchsen geführt, wie einem ausgewachsenen Schwein, das sich im Gang des Flugzeuges entleert hatte.

“Danach brauchten wir anderen auch erst mal ein Tier für emotionale Unterstützung”, sagte eine Passagierin nach dem Vorfall lakonisch gegenüber CNN. Und auch ein Truthahn durfte seinen Besitzer als ESA auf einem Flug mit Delta Airlines begleiten.

Wie eine Journalistin des amerikanischen Magazins “New Yorker” berichtet, nutzen viele Tierbesitzer die laschen Bestimmungen, ein ESA anzumelden, schamlos aus, weil sie Kosten sparen und ihren Liebling überall mitnehmen wollen.

► Sehr zum Leidwesen von Menschen mit psychischen Problemen, die ein extra ausgebildetes Tier haben, das sie in Stresssituationen wirklich brauchen.

United Airlines betont auf seiner Webseite: “Meistens handelt es sich bei einem ESA um eine Katze oder einen Hund, die speziell für solche Situationen trainiert wurden.”

► Darüber hinaus sind nicht alle Tiere für den Transport in einem engen Flugzeug mit vielen fremden Menschen geeignet. 

Ob das Intermezzo am Flughafen nun eher “Dexter” oder seine Besitzerin gestresst hat, ist nicht bekannt.

(cho)