LIFE
26/07/2018 12:01 CEST | Aktualisiert 27/07/2018 11:05 CEST

Frau verliert nach Pediküre fast ihr Bein – Ärzte warnen vor Behandlung

"Ich bin durch die Hölle gegangen."

Tracy Lynn Martinez
Eine Frau ist zu einer Fußbehandlung gegangen – mit fatalen Folgen.
  • Eine 35-jährige Amerikanerin hat nach einer Pediküre eine schlimme Infektion erlitten.
  • Nach zwei Tagen musste sie ins Krankenhaus und verlor dabei fast ihr Bein.

Tracy Lynn Martinez aus dem US-Bundesstaat North Carolina ist am 22. Juni in einen Schönheitssalon gegangen, um sich sich eine Pediküre zu gönnen.

Zwei Tage später musste sie ins Krankenhaus, da sie nicht mehr laufen konnte.

Die Ärzte stellten fest, dass Martinez durch offenbar unhygienische Utensilien eine so heftige Infektion bekam, dass sie sogar in Lebensgefahr schwebte und beinahe ihr Bein verlor. Darüber berichtete die britische Boulevardzeitung “Daily Mail”.

Die Ärzte stellten die Diagnose: Zellulitis

Bereits einen Tag nach der Fußbehandlung habe sich die 35-Jährige unwohl gefühlt. Ihr sei schwindelig geworden, sie habe unter Schüttelfrost gelitten und habe sich übergeben. Zunächst sei sie aber davon ausgegangen, dass sie eine einfache Erkältung habe.

Bis ihr Bein auf eine dreifache Größe anschwoll – und Martinez aus Angst den Notruf wählte.

Im Krankenhaus sei den Ärzten schnell klar gewesen, was die Amerikanerin hat: Sie stellten bei ihr eine besonders schwere Zellulitis fest. 

Dabei handelt es sich um eine Entzündung des Unterhautgewebes, die durch Bakterien ausgelöst wird.  

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Schuld war in Martinez’ Fall eine Hornhauthobel, der offensichtlich nicht richtig desinfiziert gewesen sei, berichtete die “Daily Mail”.

Die Frau muss drei Monate lang Medikamente nehmen

Das Bein der 35-Jährigen entzündete sich in den ersten Tagen so heftig, dass sie nicht mehr laufen konnte. Auf ihrem rechten Bein wuchs eine riesige Blase. Die Infektion sei so schlimm gewesen, dass Martinez’ Bein ohne die Einnahme von Antibiotika hätte amputiert werden müssen.

Die bakterielle Infektion hatte sich nämlich bereits in ihrem Blutkreislauf ausgebreitet. In solchen Fällen könne es zu Blutvergiftungen und dem Absterben der Haut führen, sagten Ärzte der Zeitung.

Doch Martinez hatte Glück im Unglück: Nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt wurde die Frau entlassen. Allerdings müsse sie auch daheim drei Monate lang Tabletten nehmen und Kompressionsstrümpfe tragen.

Mit ihrer Geschichte will sie nun andere Menschen vor solchen Behandlungen warnen. 

“Ich wollte meine Geschichte mit allen teilen. So kann ich vielleicht jemanden vor dem retten, was ich gerade durchmache. Oder sogar vor dem Tod”, schrieb die Frau auf Facebook

In den meisten kosmetischen Salons werden zur Entfernung der Hornhaut nicht nur Hobel benutzt, sondern Schaber, die die Hornhaut regelrecht abschneiden sollen.

“Ich bin durch die Hölle gegangen, aber ich will darauf aufmerksam machen. Sagt Nein zu Hornhautschabern!”, plädierte Martinez auf Facebook.

Auch Ärzte warnen vor Fußbehandlungen mit Hornhautschabern

Im US-Bundesstaat North Carolina sind Hornhautschaber laut “Daily Mail” sogar verboten. Daniel Aires, Leiter der Dermatologie an der Universität in Kansas warnt vor jeglichen Behandlungen mit den Utensilien.

“Es ist in Ordnung, wenn der Kosmetiker die Nägel lackiert oder eine Massage gibt. Man sollte jedoch vorsichtig sein, wenn scharfe Gegenstände von jemandem verwendet werden, der kein Arzt ist”, sagte er der Zeitung.

Es sei schließlich eine Art Messer und eine Prozedur, die Risiken einer Infektion mit sich bringen könne.

Der Arzt empfiehlt: “Wenn man seine Hornhaut entfernen will, sollte man sie auf keinen Fall abschneiden oder abschaben. Feilen ist immer besser. Es gibt außerdem Cremes, die ebenfalls zur Hornhautentfernung geeignet sind.”

(nmi)