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19/12/2018 14:35 CET

Schwangere starb, weil Ärzte tödliche Krankheit für Blinddarmentzündung hielten

Die schwangere Frau musste drei Stunden auf Hilfe warten.

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Die Hilfe kam für die Britin zu spät. (Symbolbild) 
  • Wegen Bauchschmerzen hat eine Britin den Notruf gerufen – doch Ärzte haben diese für eine Blinddarmentzündungen gehalten. 
  • Weil sie drei Stunden auf Hilfe warten musste, starb die Frau.

Heutzutage sind wir Menschen in der Lage, von fast jedem Ort dieser Welt einen Notruf abzusetzen – selbst im Urlaub können wir damit rechnen, innerhalb weniger Minuten Hilfe zu bekommen.

Die Britin Gail Bailey konnte sich offensichtlich nicht auf den Krankenwagen verlassen: Sie musste am Ende mit ihrem Leben bezahlen.

Darüber berichtet die britische Boulevardzeitung “The Sun”.

Ärzte stellen Ferndiagnose mit fatalem Fehler

Bailey habe gerade mit ihrem Mann Urlaub an einem englischen Küstenort gemacht, als sie starke Unterleibsschmerzen bekommen habe. Daraufhin habe ihr Mann den Notruf gewählt. 

Doch der Krankenwagen wurde kurzfristig zu einem anderen Notfall gerufen – und die Sanitäter mussten entscheiden, welcher Fall dringender war. 

Da die Mediziner Baileys Unterleibsschmerzen laut Bericht als Blinddarmentzündung deklariert haben, entschieden sie sich für einen Patienten, dem eine Wespe im Hals stecken geblieben war.

Immer wieder habe Baileys Ehemann den Notruf gewählt und betont, dass Bailey ständig ihr Bewusstsein verliere – doch ohne Erfolg.

Sie war in der neunten Woche schwanger und litt an Extrauteringravidität – eine seltene Schwangerschaft, bei der sich das Ei außerhalb der Gebärmutter einnistet. Wird dies zu spät diagnostiziert, kann die Schwangere im schlimmsten Fall verbluten.

Dass die Diagnose der Sanitäter am Telefon ein Fehler war, bemerkten diese erst knapp drei Stunden nach dem Notruf. 

Schwangere stirbt im Krankenhaus

Denn erst dann kamen die Sanitäter, um Bailey in das nächstgelegene Krankenhaus zu bringen. Dort starb sie, weil sich Blut im Bauchraum gebildet hatte.

Susan Jevons, die Ärztin, die in dem Fall verwickelt war, sagte der “Sun”: “Der genannten Symptome nach zu urteilen, klang es mehr wie eine Blinddarmentzündung als eine Extrauteringravidität.” 

Laut Jevons trete solch eine Komplikation nur während der ersten sechs Wochen einer Schwangerschaft auf. Ein so plötzlich auftretender Schmerz sei sehr unüblich, weshalb die Sanitäter die Symptome als Blinddarmentzündung gedeutet hätten.