LIFE
01/02/2019 17:19 CET

"Menschen betrachten mich als Fetisch": Das Liebesleben einer Frau im Rollstuhl

Diese Frau wehrt sich dagegen, aufgrund ihrer Behinderung stilisiert zu werden.

US-Lifestyle-Bloggerin Lolo findet nicht, dass sie ein Vorbild ist – nur weil sie einfach ihr Leben führt, wie sie will.

Aufgrund ihrer Reaktionen auf blöde Anmachsprüche möchte man die 31-Jährige allerdings feiern: Mit Humor und entwaffnender Ehrlichkeit wehrt sie sich dagegen, zu einem fragwürdigen Sex-Objekt stilisiert zu werden – denn Lolo sitzt im Rollstuhl

In einem Interview mit der HuffPost US berichtet die Youtuberin über die beleidigenden und unverschämten Annäherungsversuche, die sie sich regelmäßig anhören muss. 

“Einmal sagte einer, der den Club gerade verließ, zu mir wortwörtlich: ‘Ich wollte schon immer mal eine Frau im Rollstuhl lecken’”, berichtet Lolo. ”Es sind Kommentare wie dieser, die dir bewusst machen: Für andere Menschen bist du ein Fetisch, keine Frau.

Nicht nur die Art und Weise, wie Lolo angesprochen wird, ist oftmals problematisch. Was Männer beim Sex mit ihr sagen oder wie sie sich dabei verhalten, ist teilweise ebenfalls anstößig. 

Männer reden ja manchmal so einen Scheiß wie: ‘Auf mich wirst du gar nicht klar kommen!’”, erzählt sie. 

“Ich muss positiv sein”, sagt Lolo 

Meistens nimmt Lolo solche Situationen allerdings mit Humor. 

“Ich muss positiv sein, ansonsten könnte ich mein Leben gleich aufgeben und die Zeit einfach verstreichen lassen. Das kommt nicht infrage. Ich muss ja auch noch einkaufen gehen!”, sagt Lolo lachend. “Ich muss Klamotten shoppen! Essen gehen!”

Und ihre Botschaft an die Männer, die meinen, sie käme nicht klar mit ihnen?

“Ich denke dann nur – also, Kinder! Kinkerlitzchen. Wirklich, bitte!”

Im Video oben seht ihr das ganze Interview mit Lolo.

Dieser Text erschien ursprünglich in der HuffPost US und wurde von Agatha Kremplewski aus dem Englischen übersetzt.