LIFESTYLE
30/06/2018 11:56 CEST | Aktualisiert 30/06/2018 14:09 CEST

Frau googelt sich selber – als sie sich sieht, reagiert sie entsetzt

"Ich weinte mich jedes Mal in den Schlaf."

  • Eine 18-Jährige hat sich selbst gegoogelt und dabei eine erschreckende Entdeckung gemacht.
  • Durch Zufall hat sie so massenweise gefälschte Pornobilder von sich gefunden.
  • Im Video oben: Ein Mann sucht bei Google Maps eine Adresse - als er genauer hinschaut, ruft er sofort die Polizei.

Noelle Martin aus der australischen Stadt Perth war 18 Jahre alt, als sie sich aus Spaß selbst googelt. Was sie dann sah, entsetzte sie zutiefst: Sie fand Hunderte an gefälschten Bildern und Videos von sich – alle mit pornografischem Inhalten.

Unbekannte hatten ihr Gesicht aus Facebook-Bildern entnommen und so bearbeitet, als ob Martin sexuelle Posen und Situationen zeigen würde.

“Ich habe mich so unmenschlich gefühlt”

In einem Interview mit der australischen Nachrichtenseite “News.com.au” sagte Martin: “Ich kann nicht in Worte fassen, was ich gefühlt habe, als ich die Bilder das erste Mal sah. Es war so verletzend. Ich habe mich so unmenschlich gefühlt.”

Was noch erschreckender ist: Neben den pornografischen Bildern standen oft auch Informationen zu der Frau im Netz. Wie sie hieß, wo sie lebte und studierte – alle Daten waren für Fremde öffentlich sichtbar.

“Ich weinte mich jedes Mal in den Schlaf, wenn ich Bilder von mir auf Pornoseiten entdeckte”

Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Für die Frau sei das Erlebnis aber so traumatisch gewesen, dass sie erst jetzt, mit 23 Jahren, über die Ereignisse sprechen könne.

Martin verriet: “Ich weinte mich jedes Mal in den Schlaf, wenn ich Bilder von mir auf Pornoseiten entdeckte.”

Als die Frau damals den Vorfall der Polizei meldete, wurde ihr gesagt, dass es ihre Schuld sei. Schließlich habe sie ein Bild von sich auf Facebook gestellt.

Das war der Zeitpunkt, in dem die 23-Jährige beschloss, gegen bildbasierten Missbrauch vorzugehen.

 

Facebook / Noelle Martin
Die Australierin Noelle Martin wurde Opfer von Bilderklau.

“Ich sollte nicht für die kranken Dinge, die diese Leute tun, verantwortlich gemacht werden”

Martin sagte der Zeitung: “Lange Zeit glaubte ich, es wäre meine Schuld. Aber jetzt weiß ich es besser. Ich mache nichts falsch und bin berechtigt zu tragen, was ich will und Bilder auf Facebook zu setzen, wie ich es will. Ich sollte nicht für die kranken Dinge, die diese Leute tun, verantwortlich gemacht werden.”

Inzwischen berät und unterstützt sie andere Opfer: “Wie sich so etwas auf die Jobsuche auswirken kann, war damals eine meiner größten Sorgen. Ich habe Jura studiert und gerade meinen Abschluss gemacht. Gerade in dem Bereich ist es wichtig, dass niemand dein Image zerstört. Aber nun habe ich einen guten Job und möchte, dass andere Opfer wissen, dass sie so etwas nicht in ihrem Leben beeinträchtigen muss.”