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31/08/2018 12:53 CEST

Flugzeug: Frau sitzt neben masturbierendem Mann – so entschuldigt sich Airline

United Airlines ist nicht das erste Mal in den Schlagzeilen.

kieferpix via Getty Images
Während die junge Frau dem Flugpersonal alles erzählte, kam der Mann wieder zurück und bekam alles mit.
  • Eine junge Frau musste während eines Flugs neben einem masturbierendem Mann sitzen.  
  • Als Entschädigung bekam sie von der Airline 75 Dollar – “Schweigegeld”, wie sie es selbst nennt.
  • Es ist nicht das erste Mal, dass die Fluggesellschaft wegen eines solchen Vorfalls in den Schlagzeilen ist.

Die Amerikanerin Mikaela Dixon flog vor wenigen Wochen mit der Fluggesellschaft United Airlines von Orange County nach Chicago und erlebte den vermutlich schlimmsten Flug ihres Lebens. Der Grund: Der Mann im Sitz neben ihr masturbierte stundenlang.

Die 21-Jährige erzählt gegenüber der Plattform “BuzzFeed News”, dass ihr Freund am Fensterplatz saß und schlief. Sie selbst saß in der Mitte und der fremde Mann am Gang.

Der Mann hätte seine Hand in seiner Hosentasche gehabt, “sich selbst gerieben, Geräusche von sich gegeben und schwer geatmet.” Später hätte er sogar seine Hand direkt in seine Hose gesteckt.

Sie hatte Angst das Flugpersonal zu rufen

Der Mann soll sich mehr als zwei Stunden lang selbst befriedigt haben.

In einem Tweet erklärt Dixon, dass sie sich hilflos fühlte. Aufstehen kam nicht in Frage: “Ich wollte ihm auf keinen Fall zu nahe kommen.”

Sie traute sich auch nicht, den Mann zu konfrontieren, während das Flugzeug in der Luft wahr. Und auch das Flugpersonal zu rufen machte ihr Angst, da der Mann sofort davon Wind bekommen würde. Die Folge war eine schreckliche Panikattacke.

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Er wollte sich davon machen

Nach der Landung ging der Mann auf die Toilette und Dixon nutze diese Situation sofort, schrieb sie in einem weiteren Tweet.

Eine Flugbegleiterin setze die junge Frau in eine andere Reihe. “Sie war sehr sympathisch und nett”, sagt Dixon gegenüber “BuzzFeed”.

Die Angestellte erklärte Dixon, dass die örtliche Polizei informiert wurde. Später stellte sich heraus, dass das gelogen war.

Während die junge Frau dem Flugpersonal alles erzählte, kam der Mann wieder zurück und bekam alles mit. “Er bekam Panik”, sagt Dixon.

Als die Flugzeugtüren öffneten, wollte er sich schnell davon machen, doch ein anderer Mann hielt ihn auf – dieser hat mitbekommen was passiert war. Daraufhin wurde ihr ehemaliger Sitznachbar in den Flughafen eskortiert.

Dixon bekam 75 Dollar “Schweigegeld”

Als Dixon kurz darauf fragte, was mit dem Mann nun passieren würde, bekam sie von keine Antwort. Das Personal dürfe sich dazu nicht äußern – es sei denn, Dixon würde Anzeige gegen den Mann erstatten.

United Airlines gab ihr daraufhin 75 Dollar – “Schweigegeld”, wie die junge Frau es in einem ihrer Tweets bezeichnet.

Später erfuhr sie von anderen Passagieren, dass der Mann gar nicht festgehalten wurde und die Polizei gar nicht am Gate war, berichtet die Nachrichtenplattform “Fox News”. Die Passagiere erzählten ihr, dass das Sicherheitspersonal von United Airlines den Mann gehen ließen, nachdem sie ihm ein paar Fragen stellten.

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Dixon meldete den Fall beim FBI

Wenige Stunden später rief Dixon die Polizei in Chicago an – diese hörten zum ersten Mal von diesem Vorfall.

Daraufhin konfrontierte die 21-Jährige das Bordpersonal ihres Fluges. Diese sagten, sie wollten das Problem betriebsintern lösen und lieber nicht die Polizei involvieren.

Der Polizeibeamte Michale Carroll sagt gegenüber “BuzzFeed”, dass sie einen Anruf von einer Privatperson bekamen, nicht von United Airlines. Als er und seine Kollegen am Flughafen ankamen, war der beschuldigte Mann bereits weg.

Unverschämtes Statement

Carroll bestärkte Dixon darin, ein Protokoll an das FBI abzugeben, das in solchen Fällen für die Ermittlungen zuständig ist.

Inzwischen hat United Airlines gegenüber “Fox News” ein offizielles Statement veröffentlicht: “Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Kunden ist unsere größte Priorität. Unsere Kundin wurde sofort auf einen anderen Platz gesetzt, als unser Flugpersonal von dem Problem erfuhr. Das Sicherheitspersonal des Flughafens erwartete das Flugzeug.”

Weiter heißt es: “Wir untersuchen den Fall weiter, um herauszufinden, was genau passiert ist. Auch wenn United Airlines als Firma selbst keine Anklage im Namen unserer Kunden erheben kann, werden wir der Polizei so viel Hilfestellung geben, wie es für uns möglich ist, sollte der Fall weiter untersucht werden.”

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Das ist nicht der erste Fall

United Airlines ist nicht das erste Mal in den Schlagzeilen wegen Abschwächung eines solchen Falles. Schon vor zwei Monaten meldete eine junge Passagierin während ihres Fluges einen Mann, der neben ihr masturbierte.

Das Flugpersonal machte offenbar nur Scherze und fragte: “Was für Parfum haben sie denn aufgelegt?” und erklärten ihr: “Er hatte ein bisschen Wein getrunken.”

Andere Passagierinnen erzählen von ähnlichen Vorkommnissen – einige hätten als Entschädigung einen Essensgutschein bekommen.

Mikaela Dixon ist schockiert: “Ich kann nicht glauben, dass United Airlines damit davon kommt, den Mann einfach laufen zu lassen”, sagt sie gegenüber “BuzzFeed”.

“Natürlich ist ein masturbierender Mann nicht die Schuld der Airline”, erklärt die junge Frau. “Aber ich bin wütend, dass sie mich über den Einsatz der Polizei angelogen haben. Dieser Mann hat eine Straftat begangen – sie hätten die Polizei rufen müssen.”

(chr)