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30/10/2018 16:00 CET | Aktualisiert 30/10/2018 16:00 CET

Frau erzählt: "Darauf muss sich Herzogin Meghan als Mutter mit Ende 30 einstellen"

"Meine Freunde meinten, ich könne 'froh' sein, dass ich in meinem Alter noch schwanger würde."

Lisa Forde ist Gründerin von Hochzeitskartenshops und hat mit Ende 30 ein Kind bekommen. In ihrem Blog schreibt sie über ihre vermeintlich späte Schwangerschaft und die Reaktionen aus ihrem Umfeld. 

Seit Herzogin Meghan enthüllt hat, dass sie schwanger ist, ist die Begeisterung groß – besonders mit Blick auf ihr Alter. Mit 37 Jahren ist sie viel älter als die meisten Erstgebärenden in Großbritannien.

Wie Meghan wurde ich mit 37 Jahren schwanger. Ich hatte immer geplant, später ein Kind zu bekommen, weil für mich mit Ende 20 und Anfang 30 die Karriere im Vordergrund stand. Für viele Menschen ist diese Entscheidung ungewöhnlich. In jungen Jahren der Karriere gegenüber der Familie den Vorzug zu geben, wird in der Gesellschaft weitgehend noch immer nicht akzeptiert.

Überschätztes Risiko

Kinder im höheren Alter zu bekommen, löst einige negative Assoziationen aus. Erstens ist vieles falsch, was Menschen über Schwangerschaft im fortgeschrittenen Alter zu wissen glauben.

Sie schätzen die Risiken viel höher ein, als sie wirklich sind. Das führt dazu, dass auch bei den betreffenden Müttern Fehlinformationen landen, was unnötigen Stress verursacht.

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Außerdem kursieren einige Klischees über ältere Mütter, was ich selbst zu spüren bekam, als mein Sohn älter wurde. Es gibt die Auffassung, dass sie übertrieben fürsorglich seien, was mit Sicherheit nicht auf mich und viele andere Mütter zutrifft, die ich kenne.

Andere glauben, man sei besessen von der Arbeit, weil man sich entschieden hat, mehr Zeit in die Karriere zu stecken, statt gleich eine Familie zu gründen. Solche Mütter gelten nicht als engagiert und fleißig, sondern als kalt. 

Erst später ein Kind zu bekommen war die richtige Wahl für mich. Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Die Schwangerschaft im Alter von 37 Jahren gab mir Zeit, meine Karriere voranzutreiben. Dass ich eine Firma gegründet habe und finanzielle Stabilität hatte, bevor ich mich der Erziehung eines Kindes widmete, ermöglichte, immer bestens für meinen Sohn zu sorgen.

Ich wollte auch ein Vorbild für mein Kind sein; ich habe immer Menschen bewundert, die hart arbeiten, um erfolgreich zu werden. Und ich wollte diese Eigenschaft selbst verkörpern. Zielstrebig zu sein bedeutet nicht automatisch, dass du ein Workaholic bist.

Ich war mir immer bewusst, dass ich die Balance zwischen Beruf und Privatleben halten muss. Während meiner Schwangerschaft habe ich Pläne geschmiedet, wie ich meine Firma weiterführen und gleichzeitig viel Zeit für die Familie haben kann.

Überwindet eure Ängste

Einige Leute sagten mir, dass mein Baby und ich wegen meines Alters wohl gesundheitliche Probleme bekämen. Fachleute versicherten mir jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit trotz eines erhöhten Risikos nicht sehr hoch sei.

Auf Experten zu hören kann euch eine Menge unnötigen Ärger ersparen. Solltet ihr eine Schwangerschaft in höherem Alter in Betracht ziehen, dann vertraut eurem Arzt. Das kann nicht oft genug betont werden. 

Als ich schlussendlich schwanger wurde, schätzten mich Freunde “glücklich“, in meinem Alter noch empfangen zu haben. Und als mein Sohn gesund geboren wurde, wiederholten sie dies. Ich fühlte mich glücklich, aber das tut doch jede Mutter.

Mein Sohn ist nun schon ein paar Jahre alt und ich kann glücklicherweise sagen, dass mein Alter unsere Gesundheit nicht beeinträchtigt hat. Ich bin dankbar für die Gesundheitsversorgung während meiner Schwangerschaft. Die Ärzte und Krankenschwestern haben mir geholfen, die Ängste zu überwinden, die die Fehlinformationen über Schwangerschaft im fortgeschrittenen Alter ausgelöst haben.

Es ist an der Zeit, das Stigma abzubauen

Das größte Problem, das ältere Mütter haben, ist die Art und Weise, wie andere unsere Situation einschätzen. Vorurteile und wertende Kommentare können das Selbstvertrauen stark beeinträchtigen – das gilt häufig für Kinder, sobald sie in die Schule kommen.

Abfällige Bemerkungen von Gleichaltrigen über das Alter der Eltern können auch ihre Gefühle verletzen. Trotzdem weiß ich, dass ich die richtige Entscheidung für meine Familie getroffen habe.

Es ist an der Zeit, das Stigma abzubauen, zumal sich immer mehr Frauen erst in den späten 30ern und 40ern für eine Schwangerschaft entscheiden. Ich hoffe, dass Meghans Schwangerschaft das Bewusstsein für dieses Thema schärfen wird.

Dieser Artikel erschien zuerst in der britischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Sandra Tjong aus dem Englischen übersetzt.

(nc)