LIFE
17/09/2018 13:23 CEST

Kontaktlinsen und Schwimmen: Frau verliert wegen eines Fehlers Augenlicht

Die Abkühlung im Pool wurde ihr zum Verhängnis.

  • Die Britin Emma Jenkins verlor ihr Augenlicht wegen eines Sprungs in den Pool. 
  • Schuld daran waren ihre Kontaktlinsen. 
  • Im Video oben: Arzt erzählt, wie wichtig es ist, Kontaktlinsen gut zu pflegen.

Zwanzig Minuten – länger befand sich die Britin Emma Jenkins wohl nicht im Schwimmbecken, bevor sie wegen des Sprungs in den Pool um ihr Augenlicht kämpfen musste. 

Der Grund: Aggressive Bakterien im Poolwasser und ihre Kontaktlinsen, die sie vor dem Schwimmen nicht entfernt hatte. Das berichtet die britische Boulevardzeitung “The Sun”. 

Demnach war die 39-Jährige mit ihren Kindern im Urlaub auf einem schottischen Campingplatz. Zur Abkühlung sei sie dort in den zugehörigen Pool gesprungen – ohne vorher ihre Kontaktlinsen aus den Augen zu nehmen. Und genau das sollte ihr in den 20 Minuten im Schwimmbecken zum Verhängnis werden. 

“Drei Tage später verlor ich das Augenlicht in meinem linken Auge”

“Als ich aus dem Pool stieg, brannte mein linkes Auge, also ging ich zurück zu unserem Caravan und entfernte meine Linse, weil es so weh tat”, berichtet die Mutter der “Sun”. 

In den darauffolgenden Tagen soll sie dann an Kopfschmerzen gelitten und nur verschwommen gesehen haben. Mit einem Arztbesuch wartete Jenkins jedoch bis der Urlaub vorbei war, schreibt die Zeitung. 

Ein Arzt in ihrer Heimatstadt Bournemouth habe dann eine Entzündung der mittleren Augenhaut diagnostiziert. Er verschrieb Jenkins Augentropfen  – und doch verschlimmerte sich der Zustand der Britin, so die “Sun”. 

“Drei Tage später verlor ich das Augenlicht in meinem linken Auge – die Bakterien hatten sich schnell vermehrt”, erzählt sie der Boulevardzeitung weiter. Verantwortlich dafür war wohl ihre Kontaktlinse, unter der die aggressiven Parasiten einen Nährboden fanden. 

Fünf Tage lang sollen Ärzte versucht haben, ihr Auge zu retten

Ihr Freund soll Jenkins schließlich ein zweites Mal ins Krankenhaus begleitet haben. Dort der Schock: Die Britin litt an einer Hornhautentzündung sowie einem Hornhautödem.

Fünf Tage lang sollen Ärzte daraufhin versucht haben, ihr Auge zu retten – jedoch ohne Erfolg. Jenkins blieb auf ihrem linken Auge blind. “Wir haben gehofft, es würde heilen, aber es wurde nur noch schlimmer”, erzählte Jenkins der “Sun”, “Ich hatte große Schwierigkeiten, mit nur einem Auge zu leben.”

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Einige Zeit später soll sie jedoch eine erleichternde Nachricht erhalten haben: Eine Hornhauttransplantation könne ihr Augenlicht wieder herstellen. Nur zwei Monate später wurde der Eingriff im Krankenhaus abgeschlossen. 

Mit fortschreitender Heilung soll Jenkins Augenlicht dann nach und nach zurückgekommen sein. Jetzt kann sie auf ihrem linken Auge wieder Dinge sehen – wenn auch oft nicht perfekt scharf. 

Kontaktlinsen sollten nie mit Wasser in Berührung kommen

Die Britin ist darüber wohl unglaublich erleichtert, will andere Kontaktlinsenträger jedoch warnen: “Ich glaube nicht, dass viele Menschen realisieren, wie gefährlich es ist, Kontaktlinsen im Wasser zu tragen”, sagte sie der “Sun”. 

Die Münchner Augenärztin Dr. Birgit Gensch-Hager sieht in der Erkrankung der Britin jedoch eher einen unglücklich verlaufenen Einzelfall: "Relativ viele Menschen gehen mit Kontaktlinsen baden und es passiert nichts", so die Ärztin. Allerdings warnt sie davor, als Kontaktlinsenträger bei Schmerzen oder einer Rötung des Auges mit dem Arztbesuch zu lange zu warten. 

"Kontaktlinsenträger leben mit einem erhöhten Risiko, dass Bakterien am Auge zu schlimmen Infektionen führen können – desto wichtiger ist es, bei Schmerzen zeitnah zum Augenarzt zu gehen und dies untersuchen zu lassen".

Jenkins hat aus ihrer Krankheitsgeschichte jedenfalls gelernt: “Ich trage jetzt Tageslinsen, die ich jeden Abend wegwerfe”, erzählt sie dem Magazin. “Ich denke, jeder muss seine Linsen einfach mit großer Sorgfalt behandeln.”

(glm)