POLITIK
03/12/2018 18:33 CET | Aktualisiert 03/12/2018 20:40 CET

Frankreich: Nach den "Gelbwesten" protestieren nun Schüler gegen Macron

Auf den Punkt.

Le HuffPost
Demonstranten in Aubervilliers. 

Brennende Mülleimer und rennende Polizisten: Die Bilder von diesem Montag aus Frankreich scheinen denen vom Wochenende zu gleichen.

Nur mit einem Unterschied: Am Montag gingen nicht die sogenannten “Gelbwesten” auf die Straße – sondern Schüler.

An über hundert Gymnasien im ganzen Land demonstrierten Jugendliche gegen Bildungsreformen der Regierung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. 

Wie es zu den neuerlichen Protesten gegen Macron gekommen ist und warum sie für ihn gefährlich sind – auf den Punkt gebracht

Wer gegen Macron demonstrierte: 

► Die Proteste organisierten mehrere Gymnasiasten-Verbände. In einer Mitteilung des Verbandes SLG ist von einer “sozialen Protestbewegung” die Rede.

► Sie protestierten unter anderem gegen neue Anforderungen bei der Zulassung für Universitäten. 

► Zu Schülerprotesten kam es unter anderem in Paris, Nice, Bordeaux und Limoges. 

Gerade in Aubersvilliers, einem Vorort von Paris, eskalierten die Proteste teilweise. Demonstranten zündeten Mülleimer und auch ein Auto an. 

Welche Verbindung die Schüler zu den “Gelbwesten” haben: 

Am Wochenende sorgte die Bewegung der sogenannten “Gelbweste” für Schlagzeilen: Bei den Protesten lieferten sich Demonstranten, unter ihnen Links- und Rechtsextreme, Straßenschlachten mit der Polizei in Paris.

► Die “Gelbwesten” und die Schüler-Proteste stehen nicht direkt in einem Zusammenhang, bei den “Gelbwesten” handelt es sich um eine lose Bewegung, die zunächst gegen steigende Diesel- und Benzinpreise auf die Straße ging.

► Teilweise hatten aber auch die demonstrierenden Schüler am Montag gelbe Warnwesten an, die zum Symbol des Protests gegen die Regierung geworden sind. In Nice gingen etwa 1000 Schüler auf die Straße, trugen teilweise gelbe Westen und riefen “Macron, tritt zurück!”. 

► Der Gymnasiasten-Verband SLG betonte in seiner Mitteilung seine Unterstützung für “die friedlichen ‘Gelbwesten’” und verurteilte die Gewalt. 

Warum die Proteste für Macron gefährlich sind:  

► Der Montag zeigt: In Frankreich braut sich gerade eine breite Protestfront gegen die französische Regierung zusammen. Schüler und Studenten hatten bereits im vergangenen Jahr zusammen mit Gewerkschaften gegen die Reformpolitik von Macron demonstriert, nun unterstützen sie offenbar auch die “Gelbwesten”. 

Die “Gelbwesten” rufen für den 8. Dezember zur nächsten Aktion auf, auch die Gewerkschaften wollen demnächst am 14. Dezember demonstrieren. 

► Für Macron wachsen sich die Proteste der “Gelbwesten” zur Staatskrise aus. Der französische Präsident hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, nicht vor Widerstand auf der Straße einknicken zu wollen. 

► Die gewalttätigen Szenen in der Hauptstadt vom Wochenende aber haben die Macron-Regierung dazu gebracht, erstmals einen Dialog mit Vertretern der Protestbewegung zu erwägen. Zugeständnisse an die “Gelbwesten” würden als Scheitern von Macrons Reformpolitik gewertet werden. 

Auf den Punkt gebracht: 

Die Unzufriedenheit in Frankreich ist groß. Die französische Regierung kämpft dabei an mehreren Fronten: Gewerkschaften, Dieselfahrer und Krawallmacher – und nun wieder einmal die Schüler. 

Es wird immer ungemütlicher für den französischen Präsidenten und einstigen Überflieger Emmanuel Macron.