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02/12/2018 13:09 CET

Frankreich: Erneut Toter bei "Gelbwesten"-Protesten

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Stephane Mahe / Reuters
Eine Szene der Verwüstung in Paris.

► Bei den Protesten in Frankreich gegen die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat es einen weiteren Todesfall gegeben.

► Bei einer Straßenblockade der “Gelbwesten“ nahe Arles in Südfrankreich kam es zu einem tödlichen Unfall. Das gab die Staatsanwaltschaft am Sonntag bekannt.

► Bereits im November war ein Demonstrant gestorben, als er versucht hatte, in Paris eine Straße zu blockieren.

Was ihr noch über die Proteste wissen müsst:

In der französischen Hauptstadt war es am Samstag erneut zu heftigen Krawallen bei Demonstrationen gekommen. Rund um die Champs-Élysées kam es zu schweren Ausschreitungen.

In der Gegend rund um den Prachtboulevard lieferten sich am Samstag Demonstraten Straßenschlachten mit der Polizei. Ganze Straßenzüge wurden verwüstet. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt.

Bis Samstagnachmittag gingen nach Behördenangaben rund 75.000 Menschen im ganzen Land auf die Straßen.

Macron verurteilte die Krawalle während der “Gelbwesten”-Proteste in Paris scharf. “Ich werde immer Protest akzeptieren, ich werde immer der Opposition zuhören, aber ich werde nie Gewalt akzeptieren”, sagte er am Samstag während einer Rede beim G20-Gipfel in Buenos Aires. Wer so gewalttätig sei, wolle keine Veränderung, sondern nur Chaos.

Wer die “Gelbwesten” sind:

Die Bewegung, benannt nach den Warnwesten im Auto, ist breit und diffus.

Hinter ihr steht keine Gewerkschaft und keine Partei. Präsident Macron hatte in der vergangenen Woche einen Kurswechsel in der Energiepolitik angekündigt. Die Kraftstoffsteuern sollten künftig an die Entwicklung des Weltmarktpreises für Öl gekoppelt werden, damit die Kosten für die Bürger nicht zu hoch steigen.

Auch in den anderen europäischen Ländern kam es zu Protesten der “Gelbwesten”. So waren am Samstag einige wenige Demonstranten in den Niederlanden unterwegs – ebenso in Berlin.