WIRTSCHAFT
19/02/2018 11:49 CET | Aktualisiert 19/02/2018 17:44 CET

9 Fragen, die du im Bewerbungsgespräch unbedingt stellen solltest

Damit kannst du dich von anderen Bewerbern abheben.

BURGER/PHANIE via Getty Images
Du solltest zeigen, dass du dich bereits in der Rolle vorgestellt hast.
  • Es ist wichtig, in einem Bewerbungsgespräch nicht nur Fragen zu beantworten, sondern auch welche zu stellen 
  • Mit diesen Fragen kannst du bei Personalern punkten

 

2016-10-13-1476358049-4082604-LOGO_GER.jpg   Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Refinery29.

Ein Schlüsselmoment eines jeden Bewerbungsgesprächs ist das Ende, wenn sich dir die Möglichkeit bietet, deine eigenen Fragen zu stellen.

Die Fragen, die dir gestellt werden, vorherzusehen und sich darauf vorzubereiten, ist wichtig. Aber mit eigenen Punkten zu erscheinen, die du besprechen willst, ist jedoch ebenso wichtig.

Du solltest zeigen, dass du dich bereits in der Rolle vorgestellt hast – und damit tauchen dann automatisch Fragen von deiner Seite auf.

Nutze die Gelegenheit, um aus der Masse herauszustechen

Natürlich willst du sichergehen, dass du deine potentielle neue Rolle auch wirklich im Detail verstehst und zeigen, dass du weißt, was auf dich zukommt und dass du bereit bist, dich dieser Aufgabe anzunehmen.

Mit anderen Worten: Fragen zu stellen ist deine Chance sicherzugehen, dass der Job der richtige für dich ist. Außerdem kannst du so deine geübten Antworten richtig einbringen – verpasse also nicht die Gelegenheit, aus der Masse herauszustechen.

Die folgenden neun Fragen hat Kelly Finn für uns zusammengestellt. Finn ist als geschäftsführende Beraterin bei WinterWyman, einer der größten Recruitment- und Talentagenturen Nordamerikas, tätig und hat uns die Fragen genannt, die du als Bewerberin beim nächsten Gespräch definitiv stellen solltest.

“Was haben die erfolgreichsten Personen in diesem Unternehmen gemeinsam?”

“Das ist eine gute Frage, um herauszufinden, welche Eigenschaften in der Firma am meisten geschätzt werden“, sagt Finn. “So erfährst du, wonach das Unternehmen sucht und kannst die Antwort dann nutzen, um Parallelen zu deinem eigenen Hintergrund und Lebenslauf zu ziehen.“

► Denn genau das ist es, was eine gute Frage deinerseits tun sollte: den Dialog am Laufen halten. Zeige, wie deine Eigenschaften denen anderer erfolgreicher Menschen in der Firma ähneln.

“Was waren einige der Gründe, weshalb sie andere Bewerber abgelehnt haben?”

Die Antwort deines Interviewers bietet eine weitere Möglichkeit, dich selbst gut zu vermarkten, sagt Finn. Wenn sie erklären, dass sie anderen Kandidaten abgesagt hatten, weil ihnen eine spezifische Qualifikation oder eine bestimmte Charaktereigenschaft fehlte, gibt es dir die Möglichkeit, darüber zu sprechen, “dass du diese Attribute idealerweise mitbringst und darum die richtige Wahl wärst.“

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“In welchem Bereich sehen Sie mein größtes Lernpotential?”

“Diese Frage zu stellen, wird dich von anderen Kandidaten hervorheben, denn die meisten anderen werden sie nicht stellen“, sagt Finn. “Wenn dein Interviewer sie beantwortet, ist das eine tolle Gelegenheit, um jegliche Vorbehalte, die er oder sie gegen eine deiner vermeintlichen Schwächen hat, klarzustellen.“

Es mag natürlich schwer sein, offen über deine Schwächen zu sprechen, aber es ist besser diese anzusprechen, während du noch im Rennen für den Job bist.

► So hast du noch die Gelegenheit zu zeigen, dass du möglicherweise doch die nötige Erfahrung mitbringst oder Wege kennst, diese Mängel zu beheben.

“Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?”

“Nach einer solchen Prognose zu fragen, gibt dir einen besseren Blick auf deine Aufstiegschancen und hilft dir herauszufinden, ob sich das mit deinen Interessen und Wünschen deckt“, erklärt Finn. “Außerdem bekommst du dann Einblicke darüber, wohin sich die Firma und deine Abteilung bewegen.“

► Zu verstehen, welche Wachstumsmöglichkeiten dir die Rolle bietet, kann dir helfen, den besten Job für dich zu wählen, besonders wenn du mehrere potentielle Angebote auf dem Tisch hast.

Was gefällt Ihnen persönlich am meisten an der Arbeit in diesem Unternehmen? Was würden Sie ändern?

“Diese Frage hilft, eine persönliche Verbindung zwischen dir und dem Interviewer aufzubauen und sagt einiges über beispielsweise Work-Life-Balance oder interne Aufstiegsmöglichkeiten aus“, sagt Finn. “Die Antwort kann dir zudem einen Einblick in den Unternehmensalltag und die Arbeitskultur geben.“

Wenn du soweit bist oder die Möglichkeit hast, wählerischer sein zu können, was deinen Job anbelangt, kannst du ein Angebot ausschlagen, wenn die Firmenkultur nicht zu deiner Persönlichkeit passt. Eine solche “Kultur“ ist oft im Vorfeld schwer herauszulesen.

► Genau wie du, zeigen sich auch Arbeitgeber von der besten Seite. Wenn du aber darüber nachdenkst, in welchem Umfeld du am besten arbeitest, und das mit der Antwort der Interviewer vergleichst, kannst du einen besseren Einblick in den Arbeitsalltag gewinnen.

“Wie schneide ich bisher gegen andere Kandidaten ab?”

Dein Interviewer ist auch nur ein Mensch, auch wenn er oder sie gerade deine Zukunft in den Händen hält. Wie die meisten Menschen, machen auch sie Annahmen, meinen alles verstanden zu haben oder vermeiden es möglicherweise, zu aggressiv nachzufragen.

Darum ist es wichtig herauszufinden, wo man im Vergleich steht. Denn du möchtest ja, dass die richtigen Informationen über dich in Betracht gezogen werden, wenn du im weiteren Verlauf des Bewerbungsverfahrens mit den anderen Kandidaten verglichen wirst.

“Diese Frage zu stellen bietet dir die Möglichkeit, jegliche Vorbehalte oder Missverständnisse sofort anzusprechen und aus dem Weg zu räumen“, sagt Finn. “Zum Beispiel könnte dir der Interviewer sagen, dass du etwa bei vergleichbarem Background leider etwas weniger Erfahrung im Projektmanagement hast als andere Kandidaten. Das ist der perfekte Moment, um Verwirrung aufzuklären und die Erfahrung, die du hast, noch mal zu betonen.“

► Sie fügt hinzu, dass du, indem du diese Frage stellst, demonstrierst, dass du den Job wirklich willst. “Und das ist nie verkehrt.“ Du zeigst, dass du keine Angst hast, dich mit anderen zu vergleichen.

“Außerdem gibt sie dir einen Einblick in den Markt und wie du hier im Vergleich zu anderen positioniert bist“, etwas, das dir im Übrigen auch dann hilft, wenn du den Job nicht bekommst.

“Was sind die Herausforderungen, die in meiner Rolle in den ersten 30, 90 oder 180 Tagen bewältigt werden müssten?”

“Das ist fast, wie mitten im Test Antworten zu bekommen“ sagt Finn. “Es ist außerdem der ideale Zeitpunkt, um dem Gegenüber zu zeigen, dass du ähnliche Herausforderungen bereits gemeistert hast. Es gibt dir zudem einen Ausblick darauf, was auf dich zukommt, wenn du angestellt wirst, und kann dir so bei der Entscheidung helfen, ob diese Position die richtige für dich ist.“

Es ist toll, wenn man in seiner Rolle zielstrebig ist – am wichtigsten ist den meisten Arbeitgebern aber, dass du die Aufgaben, die mit einer bestimmten Position verbunden sind, auch wirklich erfüllen kannst.

► Herauszufinden, wie deine ersten Tage, Wochen, und Monate aussehen werden, kann dir helfen, dich richtig auf die Rolle vorzubereiten, während du deine größeren Ziele im Hinterkopf behältst.

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“Sehen Sie in meinem Lebenslauf Ungereimtheiten, zu denen ich Ihnen noch mehr erzählen könnte?”

Mit einem guten Bauchgefühl aus einem Bewerbungsgespräch zu gehen, wenn du das Gefühl hast, dich nicht gut oder authentisch genug verkauft zu haben, kann schwierig sein. Deshalb solltest du in jedem Fall sicherstellen, dass nichts offen bleibt oder aus Höflichkeit auf irgendwelche Fragen verzichtet wurde.

“Stelle diese Frage am Ende eines Interviews, falls du eben noch etwas genauer erklären oder Missverständnisse aus dem Weg räumen willst“, sagt Finn.

“Zum Beispiel kann der Interviewer noch Fragen zu Details deiner Rolle in einem bestimmten Projekt in der Vergangenheit haben oder Genaueres über ein bestimmte Qualifikationen wissen wollen.”

”Es ist auch wichtig, die Frage mit was einzuleiten“, erklärt sie, “denn wenn man fragt ‘Kann ich noch etwas näher erklären?’, wird oft ein ja oder nein folgen und es bleibt keine Gelegenheit, das Gespräch am Laufen zu halten.“

Viele Unternehmen waren schon einmal in der Presse. Stelle Fragen zu einem Artikel, den du über das Unternehmen gelesen hast.

“Das zeigt, dass du das Unternehmen gründlich recherchiert hast und öffnet die Türen für weitere Fragen, die du über die Firma haben könntest“, sagt Finn. “Es kann dir auch einen besseren Blick darauf geben, wo sich die Firma hin bewegt.“

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(ks)