POLITIK
08/10/2018 06:38 CEST | Aktualisiert 08/10/2018 07:06 CEST

Forscher warnen: Schon ab 2040 droht die Klima-Katastrophe

Auf den Punkt.

MOHD RASFAN via Getty Images
Die Folgen des Tsunami in Indonesien.

► Es ist ein alarmierender Report: Forscher der UN sehen die Welt im Kampf gegen den Klimawandel vor dem Scheitern.

► Der Weltklimarat IPCC stellte in einem Bericht am Montag klar, dass schon im Jahr 2040 eine erhebliche Katastrophe drohen könne.

► Die Rede ist von Nahrungsmittelknappheit, Waldbränden und einem Sterben der Korallenriffs, dazu Fluten in Küstenregionen. Für viele Menschen könnten diese Auswirkungen zu Armut führen. 

Was kann getan werden?

Aber: Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad ist nach Ansicht des Weltklimarats IPCC technisch noch machbar. Sie kann aber nur durch rasches Handeln auf allen Feldern erreicht werden.

► Die UN glaubt: Es bedarf “nie gekannter” Veränderungen. Also: Einem völligen Umdenken in der Klima- und Energiepolitik.

Zwei Monate vor der nächsten UN-Klimakonferenz beschreibt das Gremium in dem Sonderbericht, wie sich zahlreiche Folgen des Klimawandels durch die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zu einem 2-Grad-Szenario vermeiden ließen.

“Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, erfordert rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft”, hieß es am Montag.

Wie kann das gelingen?

Erik Solheim vom UN-Umweltprogramm erklärte laut “Washington Post”, in einer Welt, in der bis 2050 zwei Milliarden zusätzliche Menschen Leben werden, müssten große Flächen, die heute für Nahrungsmittelproduktion genutzt werden, anderweitig verwendet werden.

So müssten neue Waldflächen entstehen, die Kohlenstoff speichern können.

► Der globale Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) müsste von 2010 bis 2030 um 45 Prozent fallen und im Jahr 2050 Null erreichen.

“Eine der Kernaussagen des Berichts ist: Wir sehen derzeit bereits die Konsequenzen von einem Grad Erderwärmung wie mehr Extremwetter, steigende Meeresspiegel, schwindendes arktisches Meereis und andere Veränderungen”, sagte der Co-Vorsitzende einer IPCC-Arbeitsgruppe, Panmao Zhai.

Was sagt das Klimaabkommen:

Im Klimaabkommen von Paris hatten sich die Länder Ende 2015 darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. 

Letzteres hatten vor allem die kleinen Inselstaaten gefordert. Der Sonderbericht des IPCC ist auch Grundlage für die Weltklimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz.

Mit Material der dpa.